Badener Hotellerie in Bewegung
August 18th, 2006
In der Badener Hotellerie tut sich einiges. Das Grand Hotel Sauerhof steht vor dem Verkauf. Die Familie Nemetz zog sich aus Parkhotel und Herzoghof zurück und übergab an die renommierte Hinteregger Hotel- und Tourismus GesmbH aus Kärnten. Wie sind diese Veränderungen zu bewerten? Darüber ein Gespräch mit dem Chef der Badener Hoteliervereinigung, Peter Oth (Bild oben).
In der Bevölkerung munkelt man, dass es der Badener Hotellerie nicht gut gehen kann, wenn sich so viel ändert. Aus Teilen des Herzoghofes und des Hotels Gutenbrunn wurden sogar Wohnungen gemacht. Wie bewerten Sie all diese Vorgänge?
Peter Oth: Es gibt zwei wesentliche wirtschaftliche Indikatoren ob eine Tourismus-Destination positiv läuft: Nachfrage- und Buchungs-Situation seitens Kunden und Gästen und Nachfrage von eventuellen künftigen Investoren in touristische Einrichtungen. In beiden Bereichen hat Baden bei Wien eine erfreulich positive Entwicklung und liegt im touristischen Spitzenfeld in der Osthälfte Österreichs. Baden ist eine gefragte Tourismus-Destination. Die Nächtigungszahlen steigen. Heuer im Juni, zu Zeiten der Fußball-WM, war Baden - im Gegensatz zu manch anderen Destinationen - ausgebucht. Das Interesse von Investoren, ein Hotel in Baden zu kaufen, zu pachten oder zu betreiben, reicht bis in die Übersee. Wir können diese Nachfrage gar nicht befriedigen. Verkauf ist kein Indikator für schlechte wirtschaftliche Lage, sondern schlecht wäre es, wenn die Investitions-Freudigkeit für Baden nachlassen würde.
Aber wer gibt schon ein Hotel an einem boomenden Standort wie Baden auf?
Oth: Der Tourismus ist, wie das Leben auch, ständigen Veränderungen und Weiterentwicklungen unterworfen. Es ist normal, dass sich Verhältnisse ändern. Dass jetzt gerade mit Sauerhof, Parkhotel und Herzoghof mehreres zusammenfällt, ist eher ein Zufall.
Warum ist Baden so gefragt?
Oth: Baden ist der größte Urlaubsort in der Osthälfte Österreichs, die beste Adresse von Wien, wie man so schön sagt. Es gibt ein riesiges Angebot, mit Theater, Parks, dem größten Casino Europas etc. Eine Vielfältigkeit an Angeboten in den verschiedensten Bereichen, die selbst vielen Einheimischen oft nicht bewußt sind. Das macht Baden ja nicht nur für Investoren interessant. Auch als Wohnort ist die Kurstadt sehr beliebt, das ist wieder gut für den Immobilienmarkt. Außerdem darf man einen zusätzlichen Vorteil nicht vergessen: Baden liegt am Dreieck Wien-Bratislava-Budapest. Die Region gehört, laut Aussagen von Experten, zu den am schnellsten wachsenden und investitionsfreudigsten in ganz Europa. Baden ist sicherlich ein Gewinner der Ost-Öffnung.
Sie sind jetzt mit Ihrem Schlosshotel Oth der letzte Familienbetrieb in Baden. Machen Sie weiter?
Oth: Unser Haus hat eine lange Tradition und läuft sehr gut, ich bin happy. Natürlich freue auch ich mich über Anfragen von Investoren, keine Frage. Das bestätigt nur den Wert unseres Hauses. Wir haben ja bereits selber einiges investiert, haben ein sehr gutes Mitarbeiter-Team und wir machen sicher noch lange weiter.
Gibt es heute mehr Hotelzimmer in Baden als vor 10 Jahren oder weniger?
Oth: Auf Anhieb kann ich das nicht sagen. Es ist jedenfalls ein Prozess im Gange: Die Gäste von heute legen mehr Wert auf Komfort, Ambiente, Qualität der Ausstattung, Service, Größe der Räume etc. So werden, sagen wir 20 kleinere Zimmern zu 15 großen Qualitäts-Zimmern umgestaltet und der Umsatz passt trotzdem.
Sauerhof…………………..Herzoghof…………………Parkhotel………


2 Comments Add your own
1. rosenstolz | August 17th, 2006 at 22:09
in einem der hier angeführten hotels hat sich einiges verändert es wurde den ansprüchen nicht mehr gerecht was zu sinkender anzahl der einstigen stammkundschaft geführt hat.in der heutigen wirstchaftlichen lage wo hotels in luxuskategorie wie pilze aus dem boden wachsen, zählt der stammkunde zu den wichtigsten, er ist es der oft das gleiche hotel wählt, und somit treu sein geld dort abliefert, das zusatzgeschäft wie eine hochzeit oder eine konferenz sind nur der punkt auf dem i das man nicht fest einplanen kann.es sollte einem immer im hinterkopf verankert sein ohne treue gäste kein lohn
2. Gabi Stockmann » Ba&hellip | September 30th, 2006 at 08:35
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