Unheimlich aktuell
Oktober 31st, 2006
Eines ist sicher: Das Recht auf freie Ausübung der Religion ist ein Menschenrecht. Moscheen, die sich an bestehende Bebauungsvorschriften halten, haben daher – auch mit ihren Auffälligkeiten - eine Existenzberechtigung.
Eines ist aber auch sicher: Die Stimmung gegenüber dem Islam ist in einigen Teilen der einheimischen Bevölkerung zur Zeit nicht gut. Viele fühlen sich bedroht. Wenn man auch eines nicht vergessen sollte: Der Islam hat ebenso wie das Christentum eine tolerante, aber auch eine aggressive Seite. Das Moschee-Projekt in Bad Vöslau kommt in einer Zeit der „Verschärfung der religiösen Fronten“. Und ist deshalb überaus sensibel.
Wie aber mit einer derart sensiblen Thematik umgehen? In Bad Vöslau wird von allen Seiten eher geschwiegen und verharmlost. Möglichst wenig soll zu den „Einheimischen“, die wohl kaum jemals durch den Böhmzipf gebummelt sind, durchdringen. Es ist aber eine Illusion zu glauben, dass so ein Projekt geheim gehalten werden kann. Versuchte Geheimniskrämerei gibt gerade sensiblen Themen mehr Eigendynamik und Sprengkraft als wünschenswert ist. Eine offene Diskussion könnte gegensteuern. Vielleicht. Die Einbindung eines islamischen Priesters in ökumenische Feiern (wie kürzlich zur Enthüllung des Beethoven-Denkmals in Vöslau) ist sicher auch ein Beitrag zur Beruhigung. Bleibt zu hoffen, dass in Bad Vöslau die Moschee-Thematik sachlich diskutiert wird.
Am 9. November jährt sich die Reichskristallnacht von 1938. Damals gingen Synagogen in Flammen auf. Die für diesen Tag angesetzte Gedenkveranstaltung im Zentrum Interkultureller Begegnung in Baden (Grabengasse 14, renovierte Synagoge) ist – wie man sieht - unheimlich aktuell.
Entry Filed under: bad vöslau, meinung
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1. Gabi Stockmann » Na&hellip | Dezember 1st, 2006 at 17:15
[...] Kommentar zur Moschee: Unheimlich aktuell [...]
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