Moschee-Projekt: Heuer keine Entscheidung

Jegliche Kri­tik, er habe die Frak­tio­nen nicht aus­re­ichend über das Moschee-Pro­jekt des türkischen Vere­ines ATIB informiert, weist Bürg­er­meis­ter Christoph Prinz von sich. Eine Entschei­dung werde heuer wahrschein­lich noch nicht fal­len.

Das geplante türkische Kul­turzen­trum wurde von mir bere­its zweimal im Stad­trat besprochen: am 16. August und am 20. Sep­tem­ber.“ Prinz spricht ungern von einem „Moschee-Pro­jekt“. Seiner Ansicht nach han­delt es sich um ein türkisches Kul­turzen­trum mit inte­gri­ertem Gebet­sraum. Der Ein­re­ich­plan zeigt jedoch das optis­che Bild einer klas­sis­chen Moschee mit Kup­pel und zwei Minaret­ten. Den Plan hät­ten alle Man­datare ein­se­hen kön­nen.

Die Minarette sind laut Plan, so Prinz, zwei optis­che schmale Säu­len, die keineswegs bege­hbar seien. Weshalb von dort aus weder Muezzin-Rufe erschal­len kön­nen noch Laut­sprecher ange­bracht wer­den kön­nen. Prinz kri­tisiert, dass der Ein­re­ich­plan der Öffentlichkeit zuge­spielt wurde. „Es han­delt sich nur um einen Plan und um kein bewil­ligtes Pro­jekt. Wir wer­den klar und sys­tem­a­tisch bei der Prü­fung vorge­hen. Und wenn die Zeit reif ist, stel­len wir das Pro­jekt vor.“ Eine Entschei­dung noch heuer ist laut Prinz nicht real­is­tisch.

Tat­sache ist aber auch, dass – sollte der Verein ATIB (Union der türkisch-islamis­chen Kul­turvere­ine Europas) auf der vorge­se­henen Bauweise beste­hen – diese nicht ver­hin­dert wer­den kann. Denn errichtet wer­den soll das Bauw­erk im Bere­ich Castelligasse/Wolfstraße (im Türken­viertel, das gerne Klein-Istan­bul genannt wird und ein Relikt der Kam­m­garn-Zeit ist, in der viele Gas­tar­beiter nach Bad Vös­lau kamen). Dort ist Bauland-Kern­zone, wo geset­zlich kirch­liche Bauten errichtet wer­den dür­fen, ohne Beschränkung der Türme. Auch wenn der Bürg­er­meis­ter lieber von einem türkischen Kul­turzen­trum spricht, han­delt es sich um einen kirch­lichen Bau, da ja ein Gebet­sraum inte­gri­ert ist.

Zur Kri­tik am Woh­nungs-Neubau gle­ich neben dem Türken­viertel meldete sich Ing. Werner Kosa (Seine Firma kos­a­plan hat die Bauleitung für die ATLAS-Genossen­schaft) zu Wort. Kosa ist gle­ichzeitig auch Obmann der Liste Flam­mer. Kosa: „Die ATLAS vergibt dort 38 neue Woh­nun­gen, die nach 10 Jahren auch ins Eigen­tum über­nom­men wer­den kön­nen. Bisher haben wir 27 Woh­nun­gen vergeben, es gab nur einen Rück­tritt wegen dem Moschee-Pro­jekt.“ Jeder, der sich dort für eine Woh­nung inter­essiere, so Kosa weiter, wisse, dass das Türken-Viertel in unmit­tel­barer Nach­barschaft sei. Und auch jetzt befindet sich dort bere­its ein Gebets-Raum.

In Bad Vös­lau leben etwa 900 Moslems. Der Aus­län­der-Anteil ohne EU-Bürg­erIn­nen liegt bei etwa 10 – 11 %, sagte Prinz. Moslems gebe es weniger als 10 %. Die Inte­gra­tion – etwa in den Schu­len — habe bisher bestens funk­tion­iert. Auch die Kri­tik, dass man baulich beim Türken-Viertel nichts für Inte­gra­tion getan habe, weist Prinz zurück. Bauhof, AMS  und Leben­shilfe seien dort etabliert. Der Verein ATIB werde vom Staat über­prüft, die Imame (mus­lim­is­che Priester) wür­den alle vier Jahre wech­seln, um extrem­istis­che Entwick­lun­gen zu ver­hin­dern. Das Pro­jekt sehe auch weit­ere Maß­nah­men zur Inte­gra­tion und zum Abbau von Kon­flik­ten vor.

3 Gedanken zu „Moschee-Projekt: Heuer keine Entscheidung

  1. Eine Frech­heit, eine Moschee in eine christlich geprägte Gemeinde bauen zu wol­len. Baut man eine christl. Kirche in der Türkei (was gar nicht geht), dann steht diese am näch­sten Tag in Flam­men…

  2. Eiene Frech­heit ist wenn man das Grundgezetz nur auf bes­timmte Leute anwen­det und andere auschliesst.

    Nach Islamis­chen recht darf man auch neben dem Islam auch Chris­ten­tum und Juden­tum ausüben, d.h. auch entsprechende gebet­shäuser ein­richten.

    Nach dem Deutschen Grundge­setz darf man das in Deutsch­land auch.

    Manche unge­bildete Men­schen Glauben ihre eigene Gezetze ausüben zu müssen.

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