Römertherme Baden: Sanierung nach sieben Jahren

Die Römertherme — eine der wichtig­sten touris­tis­chen Attrak­tio­nen in Baden — braucht nur sieben Jahre nach ihrer Eröff­nung eine große Sanierung: Im Bud­get für 2007 wur­den dafür 385.000 Euro reserviert, für die Erneuerung des Beck­enum­gangs und des Fliesen­be­lages.

Die Fliesen sorgten von Anfang an für Ärg­er: Viele Römertherme-Badegäste klagten über allzu große Rutschge­fahr. Die Stadt musste schließlich nachbessern: Die Fliesen wur­den wenige Monate nach der Eröff­nung aufger­aut.

Neue Prob­leme
Aber jet­zt gibt es wieder „gewisse Prob­leme“, wie Bezirk­shaupt­mann Dr. Leiss als Gewer­be­be­hörde vor­sichtig mit­teilt.
Gewisse Prob­leme? Leiss: „Wie ich höre, dürften Fliesen undicht sein und der Bezirk­shaupt­mannschaft wurde eine Anzeige angekündigt. Bis heute, Dien­stag, ist diese aber noch nicht eingetrof­fen. Wir wer­den behördlich das Nötige ver­an­lassen, in Zusam­me­nar­beit mit der Stadt Baden.“
Eine behördliche Über­prü­fung der Römertherme sei „offiziell noch nicht erfol­gt“.

Sanierung im Som­mer
Vize­bürg­er­meis­ter Kurt Stas­ka meint zu der Angele­gen­heit: „Die Sanierung soll während der Som­mer­pause 2007 erfol­gen, möglicher­weise müssen darüber­hin­aus Teil­bere­iche für das Pub­likum ges­per­rt wer­den. Ein Bauzeit­plan wird ger­ade aus­gear­beit­et.“ Gefahr in Verzug sei aber nicht, betont Stas­ka. Denn: „Da müssten wir ja sofort han­deln und nicht erst im Som­mer!“ Nach sieben Jahren sei diese Sanierung die erste größere in der Römertherme.

Wer haftet?
Über Haf­tungs­fra­gen will Stas­ka nicht viel sagen.
Fix ist nur, dass jene Fir­ma, die einst die Fliesen lieferte, inzwis­chen in Konkurs ist und nicht mehr belangt wer­den kann. Und dass geprüft wird, wie weit die Bauauf­sicht damals gründlich genug gear­beit­et hat.
Aber, so Stas­ka: „Die Details berühren Fra­gen des GesmbH-Recht­es, das ist nicht für die Öffentlichkeit bes­timmt.“

Rech­nung­shof-Kri­tik
Fix ist auch, dass im Jahr 2000 der Rech­nung­shof mas­siv die unpro­fes­sionelle Vor­gangsweise der Stadt­ge­meinde bei der Errich­tung der Römertherme kri­tisierte (siehe Kas­ten nebe­nan).
Fix ist auch, dass sich die Fliesen und Stein­met­zarbeit­en damals — laut Römertherme-Rech­nungsab­schluss — mit 8,4 Mil­lio­nen Schilling zu Buche schlu­gen, das sind 610.000 Euro. (Rech­nungsab­schluss 2001)
Die wesentlich­sten Kri­tikpunk­te des Rech­nung­shof­bericht­es aus 2000 waren:

Kosten­ex­plo­sion von 180 auf 280 Mil­lio­nen Schilling. (Rech­nungsab­schluss 2001)
Baube­ginn ohne wasser­rechtliche Bewil­li­gung.

Nicht adäquate Min­destqual­ität für Mate­ri­alien in der Schwimmhalle

Unpro­fes­sionelle Vor­gangsweise bei der Bauab­nahme.

Eröff­nung am 1. Dezem­ber 1999 ohne Vor­liegen aller nöti­gen Bewil­li­gun­gen. Die gab es erst Ende Jän­ner 2000.

Der Rech­nung­shof emp­fahl der Stadt für die Zukun­ft zur Qual­itätssicherung bei weit­eren großen Bau­vorhaben die Etablierung eines Pro­jek­t­man­age­ments.
www.rechnungshof.gv.at

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