Neuer Saal, neue Ziele

November 29th, 2006

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Das Modell des neuen Veranstaltungssaales 

Die Eröffnung der neuen Kulturwerkstätte bringt neue Herausforderungen für die Kulturszene Kottingbrunn. Einerseits ist man finanziell gefordert: Der große neue Saal verursacht hohe Betriebskosten, die erst hereingespielt werden müssen. Andererseits gilt es, sich von einer alten Identität (Theater im Stall) zu lösen und neue Inhalte zu finden. Dazu ein Gespräch mit dem Obmann der Kulturszene Kottingbrunn, Joachim Künzel.

Der neue multifunktionelle Veranstaltungssaal bietet 240 Personen Platz. Welche Kulturveranstaltungen locken schon 240  Leute an? Halbleere Sitzreihen machen – abgesehen von hohen Betriebskosten – auch keine gute Stimmung…

Künzel: Wir haben während unser Theaterproduktion im September bereits bewiesen, dass wir kein Problem haben den Saal zu füllen, immerhin waren von den 11 Vorstellungen 9 ausverkauft, und das mit „FAUST I“. Weiters hatten wir - erst möglich durch den größeren Raum -  2 Kindertheater Aufführungen, mit jeweils 200 Besuchern, 2 Bigband Konzerte, bei denen wir Leute wegschicken mussten, und 5 weitere Veranstaltungen, bei denen zwar die Galerie nicht besetzt war, aber der Saal gut gefüllt, und die Stimmung hervorragend.

Hat sich die Kulturszene mit dem neuen Saal überfordert und selbst wenig Luft für kulturelle Fantasie gelassen?

Künzel: Wenn Sie auf die finanziellen Belastungen anspielen, dann haben Sie recht, dass wir im nächsten Jahr, solange wir nicht genau wissen, wie hoch die Betriebskosten, Wartungen ect. sein werden, noch umsichtiger planen müssen, und unsere „Freiwilligen-Stunden“ noch steigen werden. Um aber trotzdem „Luft für unsere kulturellen Fantasien“ zu haben, sind bereits diverse Kontakte geknüpft, um das Gebäude – welches ja alle Voraussetzungen dafür bietet – auch für Seminare und Tagungen zu vermieten

Nun gilt es eben, den großen Raum ordentlich zu bespielen und zu füllen. Ein Problem?

Künzel: Geboten wird alles – vom Theater über Kabarett und Jazz bis zum Chorkonzert. Seit der Eröffnung im September haben wir bereits alle Genres angeboten und können noch da und dort Adaptierungen vornehmen. In ihrem Konzept für das Jahr 2007 setzt die Kulturszene weiterhin in erster Linie auf Vielfalt.

Vielfalt klingt für mich nach Beliebigkeit und durchschnittlicher Qualität. Das kratzt heute niemanden mehr und wird Kottingbrunn bei der Positionierung am Kulturmarkt nicht wirklich weiterhelfen. Braucht der Ort nicht doch einen ordentlichen Kulturschwerpunkt, jetzt, wo die Kulturszene jedenfalls räumlich größer geworden ist?

Künzel: Wir haben noch nie „durchschnittliche Qualität“ geboten – Von Anfang an, hatten unsere Veranstaltungen immer hohe Qualität . „Vielfalt“ ist keinesfalls gleich zu setzen mit Beliebigkeit  - Vielfalt ist unser Vereinsziel, von Beginn an. Wir haben – neben Vielfalt, auch von Anfang an den Schwerpunkt Theater, den wir bisher mit unserer Septemberproduktion umsetzen konnten. Durch das neue Gebäude haben wir jetzt die Möglichkeit, auch Gastspiele nach Kottingbrunn zu holen, was sich bisher durch die begrenzte Sitzplatzanzahl  finanziell nicht gerechnet hätte. Für 2008 ist bereits vorgesehen, eine weitere Eigenproduktion im ersten Quartal des Jahres zu installieren.

Die Zeit drängt, andere schlafen auch nicht. Es müsste doch möglich sein, das einzigartige Wasserschloss relativ rasch kulturell über die Region hinaus bekannt zu machen .

Künzel: Um die Kulturszene und ihre Aktivitäten  - und dadurch Kottingbrunn – über die Region  weiter bekannt zu machen, müssen wir es schaffen, die überregionale Presse auf uns aufmerksam zu machen, damit unser Name auch durch die Medien hinausgetragen wird. Da könnten wir jede Unterstützung gebrauchen. Außer ausreichend Übernachtungsmöglichkeiten, bietet ja Kottingbrunn viel, was sich ein Besucher  - zusätzlich zur Kultur – wünschen kann. Schade ist nur, dass das Wasserschloss selbst für Besucher nicht zugänglich ist – aber was wäre das Leben ohne weitere Ideen, Ziele und Träume.

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Joachim Künzel, Chef der Kulturszene Kottingbrunn 

Entry Filed under: interview, kottingbrunn, kultur

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