Preis-Absprachen im Straßenbau?

Wie real­is­tisch sind die Preise, die diverse Straßen­bau­fir­men bei Ange­boten abgeben? Diese Frage stellte sich ÖVP-Gemein­der­at Chris­t­ian Macho und durch­forstete ver­schiedene Ange­bote für zwei Straßen­bau­vorhaben in Kot­ting­brunn. Was er her­aus­fand, „stinkt“ ihm gewaltig…

Ein Straßen­bau-Vorhaben an der LH 151 und eines an der Bahn­straße waren aus­geschrieben. 10 Fir­men hat­ten ihre Anbote abgegeben.
Eine einzige — dur­chaus renom­mierte — Fir­ma unter­schied sich in ihren Ange­boten für die bei­den Baustellen deut­lich von allen anderen Fir­men. Vor allem dadurch, dass für die Baustelle Bahn­straße ganz geringe Kosten kalkuliert waren.
Ein Beispiel: Für Entwässerung an der LH 151 wurde ein Rohr mit 21,59 Euro ver­an­schlagt. Das­selbe Rohr sollte in der Bahn­straße nur 2 Cent (!) kosten.
Mit ihrem „Anbot“ war die besagte Fir­ma ein­deutig der Best- und Bil­ligst­bi­eter. Alle anderen Fir­men hat­ten für bei­de Bau­vorhaben in etwa die sel­ben Preise für die sel­ben Leis­tun­gen ver­an­schlagt.
Chris­t­ian Machos Ver­mu­tung: „Die Fir­ma, die den Zuschlag bekam, muss offen­sichtlich im vorhinein gewusst haben, dass an der Bahn­straße über­haupt keine richtige Entwässerung vorge­se­hen war, son­dern nur eine Ver­sickerung neben der Straße. Deshalb kon­nte diese Fir­ma die dor­ti­gen Arbeit­en so bil­lig ver­an­schla­gen und damit das beste Ange­bot leg­en.“
Erschw­erend komme — so Macho — hinzu, dass bei der Anbot­seröff­nung in Kot­ting­brunn nie Vertreter der Oppo­si­tion ein­ge­laden wer­den (was rechtlich nicht sein muss, Anm.) Zusät­zlich wur­den die Ange­bote von einem für Kot­ting­brunn häu­fig täti­gen Pla­nungs­büro „geprüft und für in Ord­nung“ befun­den.
Chris­t­ian Machos Schlussfol­gerung: „Das sieht gewaltig nach vorheriger Absprache aus! Immer­hin geht es um keine Peanuts — son­dern um ein Auf­tragsvol­u­men von 560.000 Euro, das somit die favorisierte Straßen­bau­fir­ma bekom­men sollte.“
Feuchtl: Es wird geprüft
Bürg­er­meis­terin Ger­linde Feuchtl will — gemein­sam mit Chris­t­ian Macho und dem Kot­ting­brun­ner Bauamt — die Vorgänge prüfen. „Das waren immer­hin schwere Anschuldigun­gen! Denen muss nachge­gan­gen wer­den,“ sagt Feuchtl

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