Preis-Absprachen im Straßenbau?

Dezember 20th, 2006

Wie realistisch sind die Preise, die diverse Straßenbaufirmen bei Angeboten abgeben? Diese Frage stellte sich ÖVP-Gemeinderat Christian Macho und durchforstete verschiedene Angebote für zwei Straßenbauvorhaben in Kottingbrunn. Was er herausfand, „stinkt“ ihm gewaltig…

Ein Straßenbau-Vorhaben an der LH 151 und eines an der Bahnstraße waren ausgeschrieben. 10 Firmen hatten ihre Anbote abgegeben.
Eine einzige - durchaus renommierte - Firma unterschied sich in ihren Angeboten für die beiden Baustellen deutlich von allen anderen Firmen. Vor allem dadurch, dass für die Baustelle Bahnstraße ganz geringe Kosten kalkuliert waren.
Ein Beispiel: Für Entwässerung an der LH 151 wurde ein Rohr mit 21,59 Euro veranschlagt. Dasselbe Rohr sollte in der Bahnstraße nur 2 Cent (!) kosten.
Mit ihrem „Anbot“ war die besagte Firma eindeutig der Best- und Billigstbieter. Alle anderen Firmen hatten für beide Bauvorhaben in etwa die selben Preise für die selben Leistungen veranschlagt.
Christian Machos Vermutung: „Die Firma, die den Zuschlag bekam, muss offensichtlich im vorhinein gewusst haben, dass an der Bahnstraße überhaupt keine richtige Entwässerung vorgesehen war, sondern nur eine Versickerung neben der Straße. Deshalb konnte diese Firma die dortigen Arbeiten so billig veranschlagen und damit das beste Angebot legen.“
Erschwerend komme - so Macho - hinzu, dass bei der Anbotseröffnung in Kottingbrunn nie Vertreter der Opposition eingeladen werden (was rechtlich nicht sein muss, Anm.) Zusätzlich wurden die Angebote von einem für Kottingbrunn häufig tätigen Planungsbüro „geprüft und für in Ordnung“ befunden.
Christian Machos Schlussfolgerung: „Das sieht gewaltig nach vorheriger Absprache aus! Immerhin geht es um keine Peanuts - sondern um ein Auftragsvolumen von 560.000 Euro, das somit die favorisierte Straßenbaufirma bekommen sollte.“
Feuchtl: Es wird geprüft
Bürgermeisterin Gerlinde Feuchtl will - gemeinsam mit Christian Macho und dem Kottingbrunner Bauamt - die Vorgänge prüfen. „Das waren immerhin schwere Anschuldigungen! Denen muss nachgegangen werden,“ sagt Feuchtl

Entry Filed under: kottingbrunn, politik

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