“Big Brother” im Kottingbrunner Gemeinderat

März 28th, 2007

Helmut Himmer filmte wieder. Zuhörer waren auch viele da. Gestritten wurde auch wieder, zum Teil nicht unheftig. Und worüber? Natürlich über das liebe Geld. Zusammenfassend gesagt: Am Dienstag war wieder Gemeinderatssitzung in Kottingbrunn.

Zur Erinnerung: Bei Helmut Himmers (ehemals Vizebürgermeister, jetzt öfter in der Funktion von Big Brother zu erleben) letztem Versuch, eine Gemeinderatssitzung per Video aufzunehmen, gab es einen Polizeieinsatz und mittelgroße Tumulte. Diesmal passierte gar nix. Helmut Himmer filmte unbehelligt den Lauf der Dinge am Dienstag Abend.

Polit-Schmankerl

Ein Polit-Schmankerl, das nicht alle Tage passiert, bekam er gleich zu Beginn der Gemeinderatssitzung vor die Kamera-Linse. Die Gemeinde konnte wegen Fristversäumnissen ihren Rechnungsabschluss für 2006 nicht wie geplant beschließen.

Was war passiert? Der Obmann des Prüfungsausschusses, Mag. Kurt Krammer (Bürgerliste), hatte festgestellt, dass dem Rechnungsabschluss eine wichtige Beilage fehlte: die Bilanz der gemeindeeigenen BetriebsgesmbH. Sie ist laut Gemeindeordnung ein Bestandteil des Rechnungsabschlusses. Krammer prüfte daraufhin nicht weiter. Bürgermeisterin Gerlinde Feuchtl bezichtigte ihn der Untätigkeit. Krammer wehrte sich: Er müsse sich gesetzeskonform verhalten. Eine Weile wogte die Debatte hin und her. Nach einer 10minütigen Sitzungsunterbrechung beschloss der Gemeinderat dann aber einstimmig, dass der Rechnungsabschluss samt GesmbH-Bilanz noch einmal für 14 Tage öffentlich aufgelegt und dann im April im Gemeinderat noch einmal abgestimmt werden soll. Da ist vor allem ein peinlicher Fehler passiert, der wohl im Land nicht ganz unbemerkt bleiben wird. Der Rechnungsabschluss müsste nämlich grundsätzlich bis Ende März beschlossen sein.

Gebarungseinschau

Helmut Himmers Videokamera surrte weiter, bis zum letzten Tagesordnungspunkt - Bericht über die Gebarungseinschau des Landes. Die Quintessenz der 25 Seiten langen Prüfung: Die Finanzlage in Kottingbrunn ist angespannt. Straßenbauvorhaben sollen etappenweise abgewickelt werden, Gemeindevermögen soll verkauft werden. „Wir können keine Freudensprünge machen, müssen aber auch nicht weinen. Wir haben noch immer eine freie Finanzspitze und eine Million Euro angespart,“ sah Bürgermeisterin Gerlinde Feuchtl die Situation rosiger als die Opposition.

früherer Artikel:

Polizeieinsatz im Gemeinderat

Entry Filed under: allgemein, kottingbrunn

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