Alko-Debatte in Baden

April 4th, 2007

Die Jugendplattform „Eventworld Baden“ reagiert auf die Grün-Kritik an einer von der Stadt Baden unterstützten Jugend-Party, bei der Alko-Geschenke ausgegeben wurden.

„Die Ausschank von Welcome-Drinks ist seit Jahrzehnten im Veranstaltungsbereich in Österreich üblich und beschränkt sich keineswegs auf Jugendveranstaltungen,“ sagt Badens Jugend-Ombudsmann Alex Mayerhofer. Prinzipiell bewertet zwar auch er die alkoholischen Lockangebote als „kritisch“. Die Aufregung der Grünen sei aber „keine praxisorientierte Lösung“. Ein heißes gesellschaftliches Eisen haben die Grünen mit ihrer Kritik aber trotzdem aufgegriffen, und über praxisorientierte Lösungen wird zur Zeit europaweit diskutiert.

Einschlägige Studien belegen, dass „Kampftrinken“ unter Jugendlichen immer beliebter wird. Im März starb ein 16-jähriger Berliner nach dem „Genuss“ von 50 (!) Tequilas. Laut österreichischem Gesundheitsministerium ist jeder vierte männliche Jugendliche bereits ein „Kampftrinker“. Suchtexperten machen darauf aufmerksam, dass das Alkohol-Einstiegsalter immer früher ist. In Salzburg wurde auf einer Lokalmeile jetzt sogar ein Wochenend-Alkoholverbot verhängt. Die EU-Kommission will laut einem Strategie-Papier den Verkauf von Alkohol an Jugendliche künftig komplett unterbinden. Dieses Papier sieht vor, dass alle Europäer erst ab 18 Jahren Bier, Schnaps und Wein kaufen dürften. In skandinavischen Ländern muss man sich schon jetzt beim Kauf von (teurem) Alkohol ausweisen.

Die neue Gesundheitsministerin Andrea Kdolsky (ÖVP) will die Alkohol-Abgabe an Jugendliche in Lokalen und im Handel in Österreich stärker überprüfen. Bei Verstößen gegen das Jugendschutzgesetz wolle sie sehr hart durchgreifen, erklärte sie. Nichtalkoholische Getränke in Lokalen müssten deutlich billiger werden als alkoholische.

In einem Gemeinderats-Antrag hatten die Grünen in Baden eine „klare Positionierung der Kurstadt hinsichtlich Suchtprävention und Veranstaltung mit Alko-Getränken als Welcome-Drinks“ gefordert - und fanden für ihr Anliegen keine Mehrheit bei ÖVP und SPÖ.

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