Daniels Tod und die Folgen
April 4th, 2007
Das tragische Schicksal des dreijährigen Daniels hat die Ärzteschaft und die Krankenhausholding wachgerüttelt.
Am vierten Tag nach einer erfogreichen Mandeloperation verblutete der dreijährige Daniel aus Teesdorf an einer so genannten Spätnachblutung.
Daniels Tod war bereits der sechste innerhalb von eineinhalb Jahren in Österreich. Sechs Kinder unter sechs Jahren verbluteten nach einer Mandelentfernung.
Bei allen sechs verlief die Operation normal. Zwei der Kinder starben sogar auf HNO-Abteilungen. Der Tod des kleinen Daniels rüttelte nun die Ärzteschaft und auch die Krankenhausholding Niederösterreichs auf und ein Umdenken setzte ein. Für Daniel allerdings zu spät.
Strengste Indikation
Die Krankenhausholding Niederösterreich gab folgende Verordnung an die einzelnen HNO-Abteilungen aus:
Ab sofort sollen in niederösterreichs Spitälern Kinder unter sechs Jahren nur mehr an den Mandeln operiert werden, wenn der Primar das Kind vorher untersucht hat.
Die HNO-Gesellschaft und die österreichische Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde empfiehlt den HNO-Abteilungen die Notwendigkeit einer Mandelentfernung äußerst kritisch zu hinterfragen und vor einem Eingriff alle Möglichkeiten einer medikamentösen Therapie auszuschöpfen.
Prim. Dr. Robert Pavelka (Wr. Neustadt), er ist Vorstandsmitglied der HNO-Gesellschaft, will auf seiner Abteilungen keine Kinder mehr unter sechs Jahren die Mandeln entfernen. Außer in ganz speziellen Fällen, wo es keine anderen Möglichkeit mehr gibt. Zu diesem Schritt entschlossen sich auch einige andere Primarärzte in ganz Österreich.
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