Breiningers Nachfolgerin im Interview

Mai 18th, 2007

In Ihrer ersten Reaktion sprechen Sie von dem großen Bekanntheitsgrad von August Breininger. Liegt für Sie die Latte hoch, an ihn heranzukommen? Wie wollen Sie das bewerkstelligen? Können Sie - wie Ihr Vorgänger - singen und haben Sie auch schauspielerisches Talent?
LAbg. Erika Adensamer:
Bgm Breininger ist nicht nur bekannt, sondern auch sehr beliebt in der Bevölkerung. Meine kreativen Talente liegen auf dem Gebiet der Malerei. Aber Ihre Frage hat sicherlich Charme. Vielleicht probiere ich es auch einmal mit Schauspielerei!

Sie sind die erste Frau an Badens Polit-Spitze. Ist die Zeit im konservativen Baden reif, dass eine Bürgermeisterin akzeptiert wird? Die ÖVP setzt ja schon seit einiger Zeit auf Frauen-Power…
Adensamer:
Baden ist eine moderne, dynamische und aufgeschlossene Stadt mit viel Geschichte und Tradition. Auf die Arbeit kommt es uns an, nicht auf das Geschlecht. Und übrigens: In Baden konnten Frauen schon vor einem Jahrhundert politische Erfolge feiern. Denken Sie doch nur an Marianne Hainisch, die 1902 den Bund der Österreichischen Frauenvereine gründete und noch vor den Sozialistinnen das allgemeine Wahlrecht für Frauen forderte.

Glauben Sie, dass es prinzipiell Unterschiede im Führungsstil zwischen Männern und Frauen gibt?
Adensamer:
Nicht nur Männer und Frauen sind unterschiedlich, vielmehr: Kein Mensch gleicht dem anderen! Lassen Sie sich doch von meinem Führungsstil überzeugen! Ich habe mich schon bisher allen Menschen, allen Generationen, den Alteingesessenen sowie den Neuzugezogenen und natürlich sowohl Frauen als auch Männern verpflichtet.

Es ist zu erwarten, dass die Opposition ihre Gangart verschärfen wird. Wie werden sie dem begegnen?
Adensamer:
Dazu sehe ich keinen Grund. Ich werde gerne jede Auseinandersetzung annehmen und jede Herausforderung fair und sachlich behandeln.

Ist geplant, dass Sie die ÖVP Baden als Spitzenkandidatin in die nächste (heikle) Gemeinderatswahl führen werden? Bei dieser Wahl könnte erstmals überhaupt die absolute Mehrheit für die ÖVP futsch sein…
Adensamer:
Die Stadt Baden mit ihren Bürgerinnen und Bürgern hat das Recht auf eine fleißige, emsige und menschennahe Bürgermeisterin. Mir liegen in ersten Linie die Menschen am Herzen, was meine bisherige Arbeit stets bewiesen hat. Über die nächste Wahl zerbricht sich bei uns noch niemand den Kopf. Ich bin aber sicher, dass gute Arbeit von den Wählerinnen und Wählern auch honoriert wird.

Bei seiner Rücktritts-Pressekonferenz hat Breininger drei „Qualitätskriterien“ für den Badener Bürgermeister genannt: Gefühl für Kultur und Wirtschaftlichkeit und rhetorische Begabung. Entsprechen Sie aus Ihrer Sicht diesem Anforderungsprofil?
Adensamer:
Bgm. Breininger hat mich als seine Nachfolgerin genannt, weil er überzeugt ist, dass diese Qualitätskriterien auf mich zutreffen. Für mich ist darüber hinaus besonders wichtig, für die Sorgen und Anliegen der Menschen da zu sein.

Entry Filed under: baden, interview, politik

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