Reaktionen auf Breiningers Rücktritt

Mai 18th, 2007

Markus Riedmayer (SPÖ Stadtrat, Baden): Breininger hat besonders in seiner letzten Amtsperiode versucht, die anderen Parteien konstruktiv einzubinden. Die SPÖ hat diese Chance ergriffen. Es ist ein positives Signal, dass mit Erika Adensamer eine Frau als Stadtchefin gewählt werden soll, was gerade in der konservativen ÖVP nicht selbstverständlich ist. 

Maria Rettenbacher (SPÖ-Klubchefin, Baden): Der erste Schritt wird jetzt bei der neuen Bürgermeisterin liegen, uns zu Arbeitsgesprächen einzuladen. Davon wird es auch abhängen, ob die SPÖ ihr bei der Wahl im Gemeinderat am 26. Juni ihre Stimme gibt 

Jowi Trenner (Stadtrat, wir badener): Trotz der vielen inhaltlichen Differenzen, die es mit Breininger gegeben hat, war er ein Bürgermeister mit Charisma. Wir haben gehofft, dass Breininger seinen schriftlichen Amtsverzicht zeitlich so wählt, dass die Neuwahl bereits in der nächsten Gemeinderatssitzung am 13. Juni stattfinden kann und keine Extra-Gemeinderatssitzung einberufen werden muss und somit dem Steuerzahler keine zusätzlichen Kosten erwachsen. Jede Gemeinderatssitzung-Sitzung kostet 36.000 Euro. 

Dr. Helga Krismer (Chefin der Grünen, Baden): Vermutlich war es für Breininger der beste Augenblick, „von der Bühne“ abzutreten. Er verstand es ja stets mit Charisma, jede Bühne zu seiner zu machen. Das machte ihn liebenswert. Emotionale Ausbrüche gehörten zu seinem Repertoire. August Breininger ist gehaltvoll und reif wie ein guter, alter Wein. Mit fulminantem Abgang. 

Herbert Först (Stadtrat der Grünen, Baden): Ich hab ihm sofort zu seinem Schritt gratuliert. Ich freue mich für ihn, dass er die Kraft hat, um an sich zu denken. Ich hab zuletzt gespürt, dass ihm die Philosophie und sein Studium immer wichtiger geworden sind. Ich sehe seinen Schritt sehr positiv. Die Art, wie er es gemacht hat - das war erste Klasse. 

Walter Fischer (Gemeinderat, FPÖ Baden): Ich finde Breiningers Rücktritt bedauerlich. Er war ein Politiker, der stets auf Konsens setzte. Doch scheinbar war der Druck des Landes zu groß und Breininger konnte der Konfrontation mit Pröll nicht länger Stand halten. Ich befürchte, dass mit Adensamer als Bürgermeisterin die Gesprächskultur im Gemeinderat belastet wird. Als Gewerbetreibender hätte ich mir außerdem ein anderes Signal als eine Stärkung des ÖAAB gewünscht. 

Fritz Knotzer (seit 1985 SPÖ-Bürgermeister in Badens Nachbarstadt Traiskirchen): Ich war vom Rücktritt doch überrascht, obwohl mir schon in den letzten Wochen und Monaten aufgefallen ist, dass Breininger wenig präsent war. Wir haben immer gute nachbarschaftliche Kontakte gehabt, so weit das die Politik eben zulässt. Zu seiner Nachfolgerin Erika Adensamer kann ich nicht viel sagen, ich kenne sie noch zu wenig. 

Prof. Dr. Robert Herzl (künstlerischer Direktor des Badener Stadttheaters): Wenn man als Theaterleiter einen Partner aus der Politik hat, der als Künstler denkt und fühlt - und wenn man den dann überraschend verliert,  dann  ist  man traurig. Wir sind über Breininges Rücktritt alle sehr traurig. Andererseits leben wir vom Theater alle ständig mit gepackten Koffern und mit positiven Erwartungen für die Zukunft. So habe ich die designierte Bürgermeisterin durchaus als Theaterfreundin kennengelernt und ich nehme an, ihr ist der Stellenwert des Badener Stadttheaters bewusst. 

Alfred Flammer (Bürgermeister-Legende in Bad Vöslau. Er war von 1985 bis Herbst 2003 Stadtchef und quittierte seinen Dienst nach 18,5 Jahren im Amt): Ich freue mich für August Breininger, dass er diesen vernünftigen Entschluss gefasst hat. Es ist wunderschön, in Pension zu sein. Mir war noch keine Sekunde fad. Ich habe es auch so gemacht: den Entschluss gefasst und dann rasch durchgezogen. Es ist vernünftig, sich auch die Zeit danach zu gönnen. 

Christoph Kainz (ÖVP-Bezirksobmann und Bürgermeisterkollege aus Pfaffstätten): Die Art seines Rücktritts passt zu Breininger. Er war erfahren, wenn auch vielleicht manchmal ungeduldig. Dass nun das Amt des Bürgermeisters von dem des Stadtparteiobmanns getrennt ist, ist eine interessante Lösung. 

Hofrat Viktor Wallner (Breiningers Vorgänger als Bürgermeister von Baden bis 1988): Ich habe die Nachricht von einem Taxifahrer gehört. Meine Reaktion: Da bin ich aber baff. Ich dachte, er bleibt bis ans Ende der Funktionsperiode, bis 2010 oder vielleicht sogar länger. 

Ing. Heinrich Schönbeck (ÖVP-Stadtrat in Baden und Wirtschaftskämmerer): Der junge Gottfried Forsthuber rückt nicht auf einem Mandat der Jungen ÖVP in den Gemeinderat nach, sondern auf einem des Wirtschaftsbundes. Diese Stärkung des Wirtschaftsbundes im Gemeinderat war mir wichtig. Dies gelang auch mit der Nachbesetzung von Wirtschaftsbund-Mann Gerhard Steurer als Stadtrat. Erika Adensamer halte ich für die bestmögliche Bürgermeisterin. 

Ferdinand Türtscher (ÖVP-Gemeinderat seit 2005, früher LIF-Gemeinderat): Bereits in der letzten Klubsitzung wollte er aufstehen und gehen - nun hat er uns tatsächlich im Stich gelassen. Womit wir aber die Chance erhalten, vieles zu verändern. Ich wünsche mir mehr Soziales und weniger Kunst und Kultus. Breininger war letztlich auch ein Sonnenkönig. Seine Pressekonferenzen dienten einzig der Selbstdarstellung. So eine One-Man-Show wird es in Zukunft hoffentlich nicht mehr geben. Erika Adensamer hab ich als Menschen kennengelernt, der zuhören kann. Ein wichtiges Signal. 

Hans Hornyik (ÖVP-Stadtrat und designierter Stadtparteiobmann): August Breininger verkörpert Herzlichkeit und viel Humor. Das haben die Menschen auch stets gespürt. Mit ihm zieht sich ein Großer aus der Politik zurück. 

Dr. Helmut Leiss (Bezirkshauptmann Baden): Ich war überrascht, glaube aber, dass der Zeitpunkt sehr gut gewählt war. Für mich war August Breininger ein sehr guter Badener Bürgermeister, die Zusammenarbeit zwischen ihm und mehr hat gut funktioniert. Ich kenne und schätze auch die designierte Nachfolgerin Landtagsabgeordnete Erika Adensamer. 

Doris Wurzer (ÖVP-Gemeinderätin, Leiterin der Bürgerservicestelle Baden): Die MitarbeiterInnen im Rathaus waren sicher noch mehr überrascht als die Politiker. Wir sind dem Bürgermeister dankbar für alles, was er für die Stadt getan hat. Als Chef war er sicher nicht unangenehm. Es ist seine persönliche Entscheidung und menschlich verständlich.

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