Reaktionen auf Breiningers Rücktritt

Markus Ried­may­er (SPÖ Stad­trat, Baden): Breininger hat beson­ders in sein­er let­zten Amtspe­ri­ode ver­sucht, die anderen Parteien kon­struk­tiv einzu­binden. Die SPÖ hat diese Chance ergrif­f­en. Es ist ein pos­i­tives Sig­nal, dass mit Eri­ka Aden­samer eine Frau als Stadtchefin gewählt wer­den soll, was ger­ade in der kon­ser­v­a­tiv­en ÖVP nicht selb­stver­ständlich ist. 

Maria Ret­ten­bach­er (SPÖ-Klubchefin, Baden): Der erste Schritt wird jet­zt bei der neuen Bürg­er­meis­terin liegen, uns zu Arbeits­ge­sprächen einzu­laden. Davon wird es auch abhän­gen, ob die SPÖ ihr bei der Wahl im Gemein­der­at am 26. Juni ihre Stimme gibt 

Jowi Tren­ner (Stad­trat, wir baden­er): Trotz der vie­len inhaltlichen Dif­feren­zen, die es mit Breininger gegeben hat, war er ein Bürg­er­meis­ter mit Charis­ma. Wir haben gehofft, dass Breininger seinen schriftlichen Amtsverzicht zeitlich so wählt, dass die Neuwahl bere­its in der näch­sten Gemein­der­atssitzung am 13. Juni stat­tfind­en kann und keine Extra-Gemein­der­atssitzung ein­berufen wer­den muss und somit dem Steuerzahler keine zusät­zlichen Kosten erwach­sen. Jede Gemein­der­atssitzung-Sitzung kostet 36.000 Euro. 

Dr. Hel­ga Kris­mer (Chefin der Grü­nen, Baden): Ver­mut­lich war es für Breininger der beste Augen­blick, „von der Bühne“ abzutreten. Er ver­stand es ja stets mit Charis­ma, jede Bühne zu sein­er zu machen. Das machte ihn liebenswert. Emo­tionale Aus­brüche gehörten zu seinem Reper­toire. August Breininger ist gehaltvoll und reif wie ein guter, alter Wein. Mit ful­mi­nan­tem Abgang. 

Her­bert Först (Stad­trat der Grü­nen, Baden): Ich hab ihm sofort zu seinem Schritt grat­uliert. Ich freue mich für ihn, dass er die Kraft hat, um an sich zu denken. Ich hab zulet­zt gespürt, dass ihm die Philoso­phie und sein Studi­um immer wichtiger gewor­den sind. Ich sehe seinen Schritt sehr pos­i­tiv. Die Art, wie er es gemacht hat — das war erste Klasse. 

Wal­ter Fis­ch­er (Gemein­der­at, FPÖ Baden): Ich finde Breiningers Rück­tritt bedauer­lich. Er war ein Poli­tik­er, der stets auf Kon­sens set­zte. Doch schein­bar war der Druck des Lan­des zu groß und Breininger kon­nte der Kon­fronta­tion mit Pröll nicht länger Stand hal­ten. Ich befürchte, dass mit Aden­samer als Bürg­er­meis­terin die Gespräch­skul­tur im Gemein­der­at belastet wird. Als Gewer­be­treiben­der hätte ich mir außer­dem ein anderes Sig­nal als eine Stärkung des ÖAAB gewün­scht. 

Fritz Knotzer (seit 1985 SPÖ-Bürg­er­meis­ter in Badens Nach­barstadt Traiskirchen): Ich war vom Rück­tritt doch über­rascht, obwohl mir schon in den let­zten Wochen und Monat­en aufge­fall­en ist, dass Breininger wenig präsent war. Wir haben immer gute nach­barschaftliche Kon­tak­te gehabt, so weit das die Poli­tik eben zulässt. Zu sein­er Nach­fol­gerin Eri­ka Aden­samer kann ich nicht viel sagen, ich kenne sie noch zu wenig. 

Prof. Dr. Robert Her­zl (kün­st­lerisch­er Direk­tor des Baden­er Stadtthe­aters): Wenn man als The­ater­leit­er einen Part­ner aus der Poli­tik hat, der als Kün­stler denkt und fühlt — und wenn man den dann über­raschend ver­liert,  dann  ist  man trau­rig. Wir sind über Breininges Rück­tritt alle sehr trau­rig. Ander­er­seits leben wir vom The­ater alle ständig mit gepack­ten Kof­fern und mit pos­i­tiv­en Erwartun­gen für die Zukun­ft. So habe ich die desig­nierte Bürg­er­meis­terin dur­chaus als The­ater­fre­undin ken­nen­gel­ernt und ich nehme an, ihr ist der Stel­len­wert des Baden­er Stadtthe­aters bewusst. 

Alfred Flam­mer (Bürg­er­meis­ter-Leg­ende in Bad Vös­lau. Er war von 1985 bis Herb­st 2003 Stadtchef und quit­tierte seinen Dienst nach 18,5 Jahren im Amt): Ich freue mich für August Breininger, dass er diesen vernün­fti­gen Entschluss gefasst hat. Es ist wun­der­schön, in Pen­sion zu sein. Mir war noch keine Sekunde fad. Ich habe es auch so gemacht: den Entschluss gefasst und dann rasch durchge­zo­gen. Es ist vernün­ftig, sich auch die Zeit danach zu gön­nen. 

Christoph Kainz (ÖVP-Bezirk­sob­mann und Bürg­er­meis­terkol­lege aus Pfaffstät­ten): Die Art seines Rück­tritts passt zu Breininger. Er war erfahren, wenn auch vielle­icht manch­mal ungeduldig. Dass nun das Amt des Bürg­er­meis­ters von dem des Stadt­parteiob­manns getren­nt ist, ist eine inter­es­sante Lösung. 

Hofrat Vik­tor Wall­ner (Breiningers Vorgänger als Bürg­er­meis­ter von Baden bis 1988): Ich habe die Nachricht von einem Tax­i­fahrer gehört. Meine Reak­tion: Da bin ich aber baff. Ich dachte, er bleibt bis ans Ende der Funk­tion­spe­ri­ode, bis 2010 oder vielle­icht sog­ar länger. 

Ing. Hein­rich Schön­beck (ÖVP-Stad­trat in Baden und Wirtschaft­skäm­mer­er): Der junge Got­tfried Forsthu­ber rückt nicht auf einem Man­dat der Jun­gen ÖVP in den Gemein­der­at nach, son­dern auf einem des Wirtschafts­bun­des. Diese Stärkung des Wirtschafts­bun­des im Gemein­der­at war mir wichtig. Dies gelang auch mit der Nachbe­set­zung von Wirtschafts­bund-Mann Ger­hard Steur­er als Stad­trat. Eri­ka Aden­samer halte ich für die best­mögliche Bürg­er­meis­terin. 

Fer­di­nand Türtsch­er (ÖVP-Gemein­der­at seit 2005, früher LIF-Gemein­der­at): Bere­its in der let­zten Klub­sitzung wollte er auf­ste­hen und gehen — nun hat er uns tat­säch­lich im Stich gelassen. Wom­it wir aber die Chance erhal­ten, vieles zu verän­dern. Ich wün­sche mir mehr Soziales und weniger Kun­st und Kul­tus. Breininger war let­ztlich auch ein Son­nenkönig. Seine Pressekon­feren­zen dien­ten einzig der Selb­st­darstel­lung. So eine One-Man-Show wird es in Zukun­ft hof­fentlich nicht mehr geben. Eri­ka Aden­samer hab ich als Men­schen ken­nen­gel­ernt, der zuhören kann. Ein wichtiges Sig­nal. 

Hans Hornyik (ÖVP-Stad­trat und desig­niert­er Stadt­parteiob­mann): August Breininger verkör­pert Her­zlichkeit und viel Humor. Das haben die Men­schen auch stets gespürt. Mit ihm zieht sich ein Großer aus der Poli­tik zurück. 

Dr. Hel­mut Leiss (Bezirk­shaupt­mann Baden): Ich war über­rascht, glaube aber, dass der Zeit­punkt sehr gut gewählt war. Für mich war August Breininger ein sehr guter Baden­er Bürg­er­meis­ter, die Zusam­me­nar­beit zwis­chen ihm und mehr hat gut funk­tion­iert. Ich kenne und schätze auch die desig­nierte Nach­fol­gerin Land­tagsab­ge­ord­nete Eri­ka Aden­samer. 

Doris Wurz­er (ÖVP-Gemein­derätin, Lei­t­erin der Bürg­erser­vices­telle Baden): Die Mitar­bei­t­erIn­nen im Rathaus waren sich­er noch mehr über­rascht als die Poli­tik­er. Wir sind dem Bürg­er­meis­ter dankbar für alles, was er für die Stadt getan hat. Als Chef war er sich­er nicht unan­genehm. Es ist seine per­sön­liche Entschei­dung und men­schlich ver­ständlich.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.