Tagung “Lachen mit Freud” in Wien

Juni 5th, 2007

WIEN. Im Rahmen der Sonderausstellung “On the Couch. Psychoanalyse aus dem New Yorker“ veranstaltet die Sigmund Freud Privatstiftung eine Tagung zum Thema „Lachen mit Freud“. Konzipiert von Lydia Marinelli, Leiterin der Wissenschaftlichen Abteilung der Sigmund Freud Privatstiftung, und Hans-Walter Schmidt-Hannisa, Universität Galway, diskutieren internationale Wissenschaftler das Lachen in Psychoanalyse, Literatur und Film. Die Veranstaltung beginnt um 10 Uhr im Sigmund Freud Museum, das Ende ist für 17 Uhr geplant.

Die Tagung

Worüber wird gelacht? Sigmund Freud ist der Frage nach der Psycho-Logik des Lachens und der Lust am Witz in zwei Arbeiten nachgegangen: Seine Abhandlung „Der Witz und seine Beziehung zum Unbewußten“ (1905) zählt zu den tragenden Säulen des psychoanalytischen Theoriegebäudes, der spätere Essay „Der Humor“(1927) beleuchtet das Thema noch einmal, diesmal aus der Perspektive des leidenden Subjekts. Die Tagung “Lachen mit Freud” konzipiert von Hans-Walter Schmidt-Hannisa und Lydia Marinelli, versucht zum Einen, Freuds “witzige” Schriften in ihrem historischen Kontext neu zu lesen. Sie fragt nach Freuds Vorbildern in Literatur und Theorie, aber auch nach seinem Bezug zum jüdischen Humor. Zum anderen geht es um eine kritische Bestandsaufnahme: Was ist von Freuds Ideen zu Humor und Witz geblieben? Was trägt seine Theorie zu einer Anthropologie des Lachens und zum Verständnis einer modernen Ästhetik und Poetik des Witzes bei? Und schließlich: Welche Konzepte bieten sich heute als Alternative zu denjenigen Freuds an? Als Vortragende eingeladen sind Psychologen, Philosophen und Literaturwissenschaftler, denen eines gemeinsam ist: Sie nehmen das Lachen ernst.

Lydia Marinelli erläutert: „Zugänge zum Lachen aus verschiedenen akademischen Disziplinen werden erörtert. Das Lachen entbindet bei Freud für einen kurzen Moment von den Hemmungen, die die Vernunft und das kritische Urteil den Menschen auferlegen. Witz, Komik und Humor halten gesellschaftliche Tabus und Probleme in doppelsinniger Weise präsent.“

„On the Couch“ verlängert

Die witzigen Aspekte der Psychoanalyse verdeutlicht die Sonderausstellung „On the Couch. Cartoons aus dem New Yorker“, die um zwei Wochen verlängert wird – sie bleibt bis 8. Juli geöffnet.

„So können Interessierte, die sich nach der Tagung von der humorvollen Blickweise auf die Psychoanalyse überzeugen wollen, die Ausstellung noch in Ruhe innerhalb von zwei Wochen betrachten. Da die Sonderschau ein großer Erfolg war, freuen wir uns, sie noch länger den Gästen präsentieren zu können, ehe sie wieder ins Ausland geht“, erklärt Inge Scholz-Strasser, Direktorin des Sigmund Freud Museums und Vorstandsvorsitzende der Sigmund Freud Privatstiftung.

„Lachen mit Freud“

Sigmund Freud Museum, Lounge Berggasse 19

23.6. 2007, 10-17 Uhr

Eintritt frei, gegen Voranmeldung und Unkostenbeitrag ist eine Teilnahme an einem kleinen Imbiss möglich

Teilnehmer und Themen

Manfred Geier (Hamburg)

“Was gibt es da zu lachen? Tendenziöser Witz und Galgenhumor bei Sigmund Freud und Billy Wilder”

Ludger Lütkehaus (Freiburg)

Jenseits des Frustprinzips. Lachen mit Freud

Willibald Ruch (Zürich)

Witz und Humor: Sigmund Freuds Erbe in der Psychologie

Hans-Walter Schmidt-Hannisa (Galway)

Lachen mit und ohne Freud - eine Einführung

Liliane Weissberg (Philadelphia)

“Mut und Möglichkeit”: Sigmund Freud liest Theodor Lipps

Moderation: Lydia Marinelli (Sigmund Freud Privatstiftung)

Anmeldung: Sigmund Freud Privatstiftung

Sabine Jansa

Tel 319 15 96-12

Fax 317 02 79

Mail veranstaltung@freud-museum.at

Entry Filed under: psychologie

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