Berufsdemonstranten” und “Polit-Touristen”

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Mon­tag, 15.30 Uhr, Schloss­park. FPÖ-Chef H.C. Stra­che macht mit sein­er SOS Abend­land-Tour Sta­tion in Vös­lau.

Stra­ches Auftritt war mit Span­nung erwartet wor­den. Die ein­heimis­che Bevölkerung, in der zur Zeit viel über die geplante Moschee (gle­ich neben dem Kön­i­gre­ichssaal der Zeu­gen Jeho­vas) disku­tiert wird, ist Stra­ches Ruf aber nicht gefol­gt.

Der FPÖ-Führer kam mit zwei Bus-Ladun­gen voller „Polit-Touris­ten“, die ihm eifrig zujubel­ten. Etliche FPÖ-Sym­pa­thisan­ten aus umliegen­den Gemein­den (z.B. Baden, Hirten­berg und Bern­dorf) waren auch vor Ort. Inter­essierte Vös­lauer Bürg­erIn­nen waren aber die klare Min­der­heit unter den schätzungsweise rund 250 Ver­sam­melten.

Vielle­icht war’s zu heiß, vielle­icht war’s zu früh. Vielle­icht hat­te der eine oder die andere auch ein ungutes Gefühl, vor Ort gese­hen zu wer­den. Vielle­icht glaubte man „eh zu wis­sen, was Stra­che sagt“.

Die Gründe für das Fern­bleiben der Orts­bürg­erIn­nen mögen vielfältig gewe­sen sein.

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Stra­ches Rede bot kaum Über­raschun­gen: In bewährter Tak­tik ver­mis­chte er all­ge­meine „Wahrheit­en“ mit Angst machen­den Details.

Die Stim­mung im hin­teren Teil des Schloss­parks war dur­chaus aufge­heizt. Ein FPÖ-Mann stam­perte Türken-Kinder vom öffentlichen Spielplatz. Ein Türken-Bub stänkerte einen alten Mann an. Polizei und Ret­tungsleute patrouil­lierten.

Stumm mit Trans­par­enten protestierten eine Frauen­gruppe und eine Gruppe um den Vös­lauer Arzt Dr. Ernst Tiefen­graber (Mot­to: Kon­struk­tiv­er Dia­log statt destruk­tiv­er Het­ze!). Eine Gruppe der Jung-Sozial­is­ten aus dem Bezirk verteilte Flug­blät­ter. („Wir empfind­en Reli­gion generell als unfortschrit­tlich, aber nicht grund­sät­zlich gefährlich. Als Gefahr kann nur Fanatismus gese­hen wer­den.“)

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Ein­mal dro­hte die Sit­u­a­tion zu eskalieren. Stra­che sprach vom „Islamis­mus, der der neue Faschis­mus sei“. „Hoit di Pap’n!“ schrie ihm ein SJ-ler zu. Stra­che, auf solche Zwis­chen­rufe vor­bere­it­et, beze­ich­nete — unter heftigem Applaus sein­er Fans — die Protest­grup­pen als „Berufs-Demon­stran­ten“. Sprach’s, schrieb noch ein paar Auto­gramme, und fuhr mit seinen „Polit-Touris­ten“ zur näch­sten Sta­tion. Die Reise-Busse hat­ten während des Auftritts abseits geparkt, in der Veilchen­gasse nahe dem Sport­platz.

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