200 Kilo tote Forellen

Einen qualvollen Erstick­ungstod star­ben am Mon­tag Abend rund 200 Kilo Forellen und auch größere Fis­che in der Schwechat in Baden.

Am Mon­tag Abend, während des großen Regen­guss­es, wurde der Fis­chereivere­in Baden von einem Fis­chster­ben in der Schwechat alarmiert. „Zwis­chen Strand­bad und Olympiakino/Südbahnbrücke wurde der Fis­chbe­stand völ­lig ruiniert,“ berichtet Fis­chereivere­ins-Obmann Andreas Schweiger . „Noch am Mon­tag Abend sind wir von etwa 100 Kilo toten Fis­chen aus­ge­gan­gen. Am Dien­stag Abend war das ganze Aus­maß der Katas­tro­phe ersichtlich: 200 Kilo Forellen, aber auch größere Fis­che sind einen qualvollen Erstick­ungstod gestor­ben.“

Die Fotos, die der Fis­chereivere­in zur Ver­fü­gung stellte, zeigen die toten Tiere mit weit aufgeris­senem Maul, im Moment ihres Todes. „Sie hat­ten keine Chance,“ sagt Schweiger, selb­st schw­er erschüt­tert. Der reine Fleis­chw­ert der toten Tiere dürfte sich auf min­destens 3000 Euro belaufen.

Was war passiert?

Die Ursache liegt in einem weit verzweigten Sys­tem beim Regen­wass­er-Kanal in Baden,“ erläutert Schweiger. „Oft schüt­ten die Leute gedanken­los giftige Sub­stanzen in das Kanal­git­ter vor ihrem Haus und haben keine Ahnung, dass das Gift ein paar Meter weit­er in den Mühlbach oder die Schwechat mün­det. Und dort ein Mas­sak­er unter den Fis­chen verur­sacht. In dem aktuellen Fall dürfte es sich um eine Sub­stanz gehan­delt haben, die dem Wass­er den Sauer­stoff entzieht — und die Tiere ster­ben inner­halb von weni­gen Sekun­den. Erst ab dem Olympia-Kino, wo die Schwechat etwas bre­it­er wird, hat sich das Gift ver­flüchtigt.“

Es sind alte, nicht rück­gängig zu machende Bausün­den, die den Fis­chen in der Schwechat oder dem Mühlbach bei Baden ein gefährlich­es Leben bescheren. Damals hat man die Regen­wäss­er vielfach in die Flüsse geleit­et. Der ganze Römer­berg wird zum Beispiel in die Schwechat entwässert. „Um vorzubeu­gen, gibt es in ganz Baden ein Ver­bot des Autowaschens auf offen­er Straße,“ sagt der Fis­cherei-Obmann. „Nur wis­sen das viele nicht.“

Oft hal­ten sich giftige Sub­stanzen einige Zeit an den Kanal­git­tern. Kommt aber ein schw­er­er Regen­guss, wird alles in den Bach geschwemmt. Wenn dann dort auch noch der Wasser­stand niedrig ist (wie derzeit), ist die Katas­tro­phe schon bei gerin­gen gifti­gen Men­gen vor­pro­gram­miert.

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