Schöne Männer und ihr “Höllensturz”

August 8th, 2007

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Sport und Kunst. Das müssen keine Gegensätze sein. Der Vöslauer Kunsthistoriker Dr. Otmar Rychlik sucht Wege, diese scheinbar so unterschiedlichen Materien miteinander zu verbinden. Der sportlich trainierte männliche Körper hat es ihm dabei besonders angetan…

Für das Austrian Top4 Leichtahtletik-Meeting (Finale am 11. August im steirischen Kapfenberg) hat Rychlik als Kurator eine siebenteilige Fahnen-Serie entwerfen lassen, die das Stadion in einen Ausstellungsraum verwandeln, in einen offenen Raum für eine offene Auseinandersetzung zwischen Kunst und Sport. 3 Männer - 1 Feministin

Mit der Gestaltung der Fahnen wurde die österrichische Künstlerin Ilse Haider beauftragt. „Sie ist die einzige unter den feministisch orientierten Künstlerinnen Österreichs, die sich mit dem Thema „Mann“ beschäftigt,“ sagt Otmar Rychlik. „Sie tut es seit vielen Jahren, kritisch und nachsichtig, neugierig und spitzfindig, fast immer ironisch, vielschichtig komplex. Wohl im Sinne der komplizierten Verhältnisse, die zwischen den Geschlechtern und untereinander herrschen.“

Was wird nun im Kapfenberger Stadion zu sehen sein? Ilse Haider hat sich schöne Burschen - genauer gesagt die Läufer Benjamin Grill, Oliver Prohaska und Marco Steinbrecher - zum Vorwand genommen, um für die sieben Fahnen barocke Höllensturzszenen nachzuempfinden. Im Wiener Kunsthistorischen Museum gibt es ein berühmtes Bild von dem großen italienischen Barockmaler Luca Giordano „Der Heilige Michael stürzt die abtrünnigen Engel in den Abgrund“, das um 1655 gemalt wurde und athletisch veranlagte Gestalten beim „Höllensturz“ zeigt.

„Heilige sehen anders aus“

„Man kann sich darüber Gedanken machen, was Giordano, aber auch Ilse Haider, gemeint haben, wenn sie die Über- und Unterirdischen mit so prächtigen Körpern ausstatten. Heilige schauen anders aus,“ schmunzelt Otmar Rychlik.

Das Kapfenberger Leichtathletik-Meeting wird am 11. August ab 18 Uhr im ORF übertragen.

Entry Filed under: bad vöslau, kultur, sport

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