Premierengeflüster in Kottingbrunn

September 13th, 2007

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Ausverkauft bis auf den letzten Platz war die Premiere von “Der Besuch der alten Dame” am 7. September in der Kottingbrunner Kulturwerkstätte. (Foto: Steinhardt) 

Friedrich Dürrenmatts bitterböse Satire „Der Besuch der alten Dame“ hatte am Freitag in der Kottingbrunner Kulturwerkstatt Premiere. Der neue Theatersaal war ausverkauft, und unter den Premierengästen waren viele prominente Personen aus Nah und Fern, aus Politik und Wirtschaft.

Die wichtigste Frage war: „Wie gefällt Ihnen diese Inszenierung?“

Einmal mehr zeigte sich Badens Altbürgermeister August Breininger als profunder Theaterfachmann. In Begleitung seiner Gattin Monika geriet er ins Plaudern: „Es ist eins meiner Lieblingsstücke. Ich habe schon viele Aufführungen gesehen. Unter anderen in den 60er-Jahren mit einer tollen Elisabeth Flickenschildt als ‚alte Dame’, einmal mit Therese Giese und einmal im Film mit Ingrid Bergman und Anthony Quinn. Die alte Dame hier in Kottingbrunn, Sylvia Anders, hält Schritt mit den Allerbesten. Ein bißchen erinnert mich das Stück auch an den Besuch eines reichen Herrn in unserer Gegend, seinen Namen will ich nicht nennen. Er kam freilich ohne Rachegedanken…“so Breininger augenzwinkernd.

Im Premierenpublikum waren auch Hermine und Barbara Höllrigl vom gleichnamigen Golf-Hotel in Kottingbrunn. Dort logiert seit Wochen die Hauptdarstellerin Sylvia Anders. „Sie ist ein angenehmer Gast, jeden Morgen und Abend schwimmt sie im hoteleigenen Naturteich,“ verraten die beiden Hotelier-Damen. Und zeigen sich von der schauspielerischen Leistung ihres Gastes beeindruckt. „Warum in Ferne schweifen, wenn gute Kultur doch so nahe liegt?“

Die grüne Landtagsabgeordnete Helga Krismer besuchte in Begleitung der beiden Kottingbrunner Grün-Mandatarinnen Ulrike Falkner und Angela Berger die Aufführung. Die Begeisterung war den drei Damen am Gesicht abzulesen. „Alle unsere Erwartungen wurden überflügelt,“ schwärmten Ulrike Falkner und Angela Berger. Und Helga Krismer ergänzte: „Mich erinnert das Stück an den Besuch eines reichen Herrn aus Kanada in unserer Gegend, der ebenfalls Gerechtigkeit recht eigenwillig interpretiert…“

Hausherrin Gerlinde Feuchtl, in Begleitung ihres Lebensgefährten Franz Hacker und ihrer Tochter Silvia, zeigte sich stolz auf die vielen Theatergäste aus Kottingbrunn, aber auch von auswärts: „Die Kulturszene steigert ihr hohes Niveau von Jahr zu Jahr.“

Regisseur Anselm Lipgens hat Bürgermeisterin Feuchtl übrigens in seiner Inszenierung eine kleine Referenz erwiesen: Entgegen Dürrenmatts Stück hat er dem kleinen Städtchen Güllen eine Frau Bürgermeister „verordnet“, die übrigens von Felicitas Ruhm hervorragend gespielt wurde.

Entry Filed under: kottingbrunn, kultur, meinung, menschen

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