Einzelzimmerzuschlag?

Am neuen Pflegezen­trum gibt es prinzip­iell nichts zu meck­ern. Es ist mod­ern und hat Wohlfühl-Charak­ter.

Nur: Der all­ge­meine Trend zu mehr Einzelz­im­mern kön­nte die Pflegebedürfti­gen teuer zu ste­hen kom­men. Denn schon jet­zt – logisch – sind Pflege-Einzelz­im­mer monatlich rund 300 Euro teur­er als Mehrbettz­im­mer. In jedem Hotel zahlen Sie schließlich Zuschläge, wenn Sie allein wohnen wollen.

Die Hälfte der 216 neuen Pflege­bet­ten in Baden wer­den also teurere Einzelz­im­mer sein. Nun kann in Niederöster­re­ich jed­er Men­sch, auch mit ein­er noch so kleinen Pen­sion, ein Pflege­bett bekom­men. Unab­hängig davon, was es kostet. Denn die Sozial­hil­fe hil­ft beim Finanzieren. Nach dem Ableben des Pflegebedürfti­gen holt sich das Land allerd­ings das Geld aus dessen Ver­mö­gen, oder von den Ange­höri­gen, zurück.

Das Mehr an Einzelz­im­mern drängt also die Pflegebedürfti­gen (und ihre Ange­höri­gen, die finanziell grad­ste­hen müssen) indi­rekt zu höheren Kosten. Wer weiß, ob sie das immer so wollen…

Denn: Die Pen­sio­nen der näch­sten Gen­er­a­tion wer­den wohl beschei­den aus­fall­en. Prekäre Beschäf­ti­gun­gen (und damit geringe Renten) nehmen über­hand.

Schon heute weichen viele Men­schen in die pri­vate Pflege durch gün­stige aus­ländis­che Hil­f­skräfte aus – mit allen Prob­le­men, die sich daraus ergeben kön­nen.

Natür­lich will ich hier nicht einem „Zurück zu Lainz­er Ver­hält­nis­sen“ das Wort reden. Ein Mehrbett-Zim­mer muss schließlich nicht automa­tisch schlechte Pflege bedeuten. Im Sinne der „Entschei­dungs­frei­heit“ wären aber ein paar zusät­zliche (gün­stigere) Mehrbett-Optio­nen im neuen Baden­er Pflegezen­trum zumin­d­est über­legenswert, oder?

zur Sto­ry “Neues Pflegezen­trum für Stadt und Bezirk” 

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