Neues Pflegezentrum für Stadt und Bezirk Baden
September 26th, 2007
Wohnen im Park anstatt Wohnen im Turm : Entgegen ursprünglichen Plänen wird das neue Badener Pflegezentrum nun nicht in den ehemaligen Spitalstürmen gebaut, sondern in dreigeschoßigen Häusern, umgebenn von viel Grün.
Spitalstürme als Pflegetürme? Diese umstrittene Idee ist nun Vergangenheit. Landesrätin Petra Bohuslav stellte am Montag die Pläne für das neue Landespflegeheim in Baden vor: Das „Pflegezentrum“ soll dort, wo jetzt die Spitals-Tiefgarage ist, komplett neu gebaut werden. 216 Pflegebetten werden auf dreistöckige Gebäude verteilt.
Die gut 20 Jahre alten Spitalstürme haben ausgedient. Sie werden bis auf die Grundmauern abgerissen. Ihre Erdgeschoße werden als Verbindung zum neuen Spital genutzt – für Verwaltung und multifunktionale Räume.
Das neue Landespflegeheim selbst wird westlich der Türme errichtet, etwa dort, wo sich heute die Spitals-Tiefgarage befindet. Die Garage wird aufgelassen.
Die 216 Pflegebetten verteilen sich auf sechs Abteilungen (zu je 36 Betten) in Form von dreigeschoßigen Baukörpern (pro Geschoß zwei Pflegeabteilungen). „Es soll eine starke Verankerung mit dem Boden und der umgebenden Parklandschaft erzielt werden,“ erläutert Architekt Josef Moser.
Die Pflegeabteilungen sind, entsprechend allerneuesten Konzepten, jeweils in drei Pflegegruppen zu je 12 Betten unterteilt. Jede Pflegegruppe umfasst sechs Einbettzimmer, zwei Zweibettzimmer und ein flexibles Modul, das als Wohnung, als Zweibettzimmer oder als zwei Einbettzimmer genutzt werden kann.
„Mit dem verstärkten Angebot an Einbettzimmern folgen wir neuesten Trends: Lebensqualität im Heim auf höchstem Niveau,“ sagt Landesrätin Petra Bohuslav. Sie ist überzeugt, dass das neue Pflegezentrum ein „Vorzeigeprojekt“ wird. Es beinhaltet auch 24 Tagespflegebetten und spezielle Angebote für Demenz-Kranke (Demenzgarten). „Im Inneren haben wir auf freundliche, lichtdurchflutete und individuell gestaltbare Atmosphäre Wert gelegt,“ ergänzt der Architekt.
Die Kosten für den Neubau betragen voraussichtlich 23 Millionen Euro – um ca. 6 Millionen mehr als ursprünglich geplant. „Die Fertigstellung ist bis 2012, spätestens bis 2014 geplant,“ sagt Bohuslav. Durch die neue Variante kann das Pflegeheim voraussichtlich zwei Jahre früher als geplant bezogen werden. Es kann nämlich parallel zum Neubau des Spitals errichtet werden.
Das Pflegeheim ist als Zu- und Umbau zum Landesklinikum Thermenregion Baden konzipiert. Es nutzt die Infrastruktur des Spitals (z.B. Küche, medizinsche Versorgung oder psychiatrische Angebote).
Derzeit gibt es in Baden 58 Pflegebetten im Landespflegeheim und 56 im städtischen Pflegeheim – insgesamt 114.
Beide bestehenden Heime werden aber aufgelassen und in das neue Pflegezentrum verlegt. Dort wird es 216 Pflegebetten geben (davon 24 für Tagespflege und 46 für Demenz und andere psychiatrische Erkrankungen des Alters).
Die Badener Opposition war gegen die ursprünglichen Pläne, das Pflegeheim in den sechsgeschoßigen Spitalstürmen zu errichten, Sturm gelaufen. SPÖ, Grüne und „wir badener“ fühlen sich durch den neuen Plan in ihrer Kritik bestätigt und sind zufrieden.
Einziger Kritikpunkt: die Informationspolitik der ÖVP.
Helga Krismer (Grüne): „Trotz des für die Stadt Baden und den Bezirk tollen Projektes ist die Überheblichkeit und Geheimhaltungspolitik der ÖVP demokratiepolitisch verletzend. Die Opposition wird spätestens dann wieder im Landtag vor den Vorhang treten müssen, wenn die Kostenüberschreitung von 6 Millionen Euro beschlossen werden soll (und wer weiß, ob nicht der Rahmen noch zu knapp sein wird).“
Stadtrat Jowi Trenner (wir badener): „Kein Mandatar außerhalb der ÖVP-Fraktion war in Gespräche oder Verhandlungen eingebunden. Und das bei einem derart wichtigen Vorhaben im Sozialbereich.“
Zur Pressekonferenz am Montag (24. September) haben sich drei oppositionelle MandatarInnen (Trenner, Krismer, Pernegg) selbst eingeladen. Aber auch ihre Fragen wurden von Architekt Moser, Landesrätin Bohuslav und Bürgermeisterin Adensamer beantwortet.
Relativ offen ist derzeit die Entwicklung im Bereich des Betreuten Wohnens – also einer Zwischenstufe zwischen „selbständigem Leben zuhause“ und „Pflegeheim“. Mit der Auflösung des Landespflegeheimes in der Wiener Straße werden die dort bestehenden 85 Wohnbetten „gestrichen“. Im neuen Pflegezentrum sind keine Wohnbetten vorgesehen.
Mein Kommentar: Einzelzimmer-Zuschlag?
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1. Gabi Stockmann » Ei&hellip | September 26th, 2007 at 14:14
[...] zur Story “Neues Pflegezentrum für Stadt und Bezirk” [...]
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