Baden: Schluss mit dem Koma-Saufen!

Jugendliche, die bis zum Umfall­en trinken. Unflätige Worte, abstoßende und gefährliche Szenen, Ret­tungs-Ein­sätze — das alles ver­birgt sich hin­ter dem Schlag­wort „Koma-Saufen“. Die Stadt Baden will nicht länger zuschauen. Jugend-Par­tys wer­den nur noch gefördert, wenn sie das „Baden­er Event-Güte­siegel“ tra­gen.

Das Event-Güte­siegel bein­hal­tet 13 Punk­te, die den Alko­hol- und Nikotin-Gebrauch bei Jugend-Par­tys streng regeln.

Unter anderem darf ein Fest nicht mit Gratis- oder Bil­lig-Alko­hol bewor­ben wer­den.

Alko­hol­freie Getränke müssen an allen Getränkev­erkauf­sstellen zu gün­stigeren Preisen ange­boten wer­den. Jugendliche unter 16 müssen ein­deutig unter­schei­d­bar zu Über-16-Jähri­gen sein.

Qual­ität­skri­teri­um

Vize­bürg­er­meis­ter Kurt Stas­ka: „Zukün­ftig wer­den Jugend-Par­tys von der Stadt nur noch gefördert, wenn sich die Ver­anstal­ter per Unter­schrift bere­it erk­lären, die Regeln des Event-Güte­siegels einzuhal­ten. Das Güte­siegel ist ein Qual­ität­skri­teri­um und die Basis für die Förder­poli­tik der Stadt und wir wollen damit Vor­re­it­er sein.“

Infos auf einen Blick

Jugend­beirats-Obmann Alex May­er­hofer ergänzt: „Und damit sich auch die Jugendlichen ausken­nen, sollen die Ver­anstal­tun­gen auch mit Logos gekennze­ich­net sein. Man erfährt dabei auf einen Blick, ob bei ein­er Ver­anstal­tung Alko­hol über­haupt aus­geschenkt wird, oder welche Alters­grup­pen zuge­lassen sind. Und auch, ob ger­aucht wer­den darf oder nicht.“

In Baden gibt es pro Jahr einige hun­dert Jugend-Ver­anstal­tun­gen. Kurt Stas­ka: „Natür­lich haben wir nur Ein­fluss auf Ver­anstal­tun­gen, die um Förderun­gen ansuchen. Wir tun aber von unser­er Seite alles zur Ver­stärkung der Präven­tion.“

Hand­lungs­be­darf!

Alex May­er­hofer schildert einen Vor­fall, den er selb­st beim Melk­erkeller beobachtet hat: „Ca. 40 cm neben der Straße lagen stockbe­sof­fene Jugendliche. Haarscharf fuhr ein Moped vor­bei. Ich sagte den Betrunk­e­nen, sie sollen sich wenig­stens in die Wiese leg­en. Da rap­pel­ten sie sich zwar auf, zeigten mir den Mit­telfin­ger und beschimpften mich. Das ist All­t­ag. Und deshalb ist Hand­lungs­be­darf.“

Kon­trollen geplant

Über­prüft soll die Ein­hal­tung der Regeln des Event-Güte­siegels durch dafür geschultes Per­son­al wer­den. Stas­ka und May­er­hofer: „Die Kon­trollen sollen stich­probe­nar­tig erfol­gen.“

Außer­dem wird über­legt, dass Jugendliche beim Ver­lassen des Lokals ihren Alko­hol­spiegel — kostenpflichtig — testen kön­nen.

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