Soll man Tierliebe belohnen?

Soll man Tier­fre­unde, die einen Hund aus dem Tier­heim zu sich nach Hause nehmen, belohnen? Diese Frage stellte die Grüne Gemein­derätin Dr. Hel­ga Kris­mer bei der Gemein­der­atssitzung am 6. Novem­ber.

Eigentlich ging es um eine Erhöhung der Hun­de­ab­gabe von 32,70 Euro auf 36 Euro sowie 44 Euro für jeden weit­eren Hund. Kris­mer: „Ich schlage vor, dass Hunde aus dem Tier­heim nur mit ein­er 6,54 Euro-Steuer belegt wer­den — als Anreiz, sich auch um solche Tiere zu küm­mern.“ Kris­mer machte auf das Welpen-„Schlepperwesen“ aus dem Aus­land und auf das Prob­lem der Rasse-Züch­tun­gen aufmerk­sam.

VP-Gemein­der­at Fer­di­nand Türtsch­er hat­te selb­st einen Hund aus dem Tier­heim. Und damit keine gute Erfahrung. Er hielt die Idee der Grü­nen nicht für gut, weil „Tier­heim-Hunde äußerst kom­pliziert“ seien.

Psy­cholo­gen für Prob­leme

SP-Gemein­derätin Sil­via Dob­n­er (auch Tier­schutzvere­ins-Obfrau) schritt dazu dann auch ans Red­ner­pult. Sie wehrte sich gegen den Vor­wurf: „Wir vergeben jährlich 500 Tiere, vor allem Hunde, und haben sel­ten Prob­leme. Und wenn, dann wer­den sie von Psy­cholo­gen betreut.“

In Rich­tung der Grü­nen meinte Dob­n­er: „Geld sollte nicht der Ans­porn sein, sich einen Hund aus dem Tier­heim zu nehmen. Son­dern Tier­liebe.“

Bürg­er­meis­terin Eri­ka Aden­samer (VP) set­zte der Debat­te dann ein Ende: Geset­zlich sei es unzuläs­sig, die Hunde nach der Herkun­ft zu unter­schei­den. „Für die Hun­de­ab­gabe zählt nur, wieviele Hunde man hat.“

Mit ein­er „Charme-Offen­sive“ will man in Baden zukün­ftig „das Pos­i­tive in Hun­de­hal­tern“ weck­en. Das heißt: Man will die Hun­de­hal­ter zur kon­se­quenten Entsorgung der Hund­strüm­merln bewe­gen. Dazu ist auch ger­ade ein Fold­er in Ausar­beitung, auf dem alle Baden­er Hun­detoi­let­ten eingeze­ich­net wer­den sollen.

Hun­de­tränke & Geschenke

Die Bürg­erliste Wir Baden­er schlägt außer­dem auch noch eine „Hun­de­tränke“ in der Baden­er Innen­stadt vor. Außer­dem soll allen Hun­de­hal­tern eine „Hun­de­box“ übergeben wer­den — als kleines Dankeschön für pünk­tliche Bezahlung der Hun­des­teuer, — und als Beloh­nung, wenn der „Hun­de­führerschein“ erfol­gre­ich bestanden wurde.

Ein Gedanke zu „Soll man Tierliebe belohnen?

  1. Let­z­tendlich zahlt man die Hun­des­teuer ja nicht auf den Kauf eines Tieres und ein Ver­gle­ich mit der Steuer­be­freiung von abgasar­men Autos, der sich u.U. auf­drängt zählt auch nicht, schließlich sind Tier­heim-Hunde ja auch nicht “abgasärmer”.
    Trotz­dem wäre vielle­icht ein ini­tialer finanzieller Anreiz nicht schlecht. Aber vielle­icht bringt ja auch die Charme offen­sive etwas…

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