Reden wir übers Geld
November 22nd, 2007
Ist es journalistischer Populismus oder ein Schrei nach mehr sozialer Gerechtigkeit, wenn derzeit wieder heftig über Politikerbezüge debattiert wird?
Wer will darüber richten, ob BürgermeisterInnen oder Abgeordnete „ihr Geld wert sind“?
Andererseits: Wer entscheidet, wenn ManagerInnen in Großbetrieben ein Vielfaches von PolitikerInnen verdienen? Und wer sagt, dass eine Putzfrau mit 10 Euro die Stunde und ohne jegliche soziale Absicherung gerecht entlohnt ist? Wer sagt, dass „freie DienstnehmerInnen“ ganz legal um Weihnachts- und Urlaubsgelder gebracht werden dürfen?
Die neu aufgeflammte „Neid-Debatte“ müsste nicht sein, behaupte ich. Tatsache aber ist, dass den meisten Menschen aufgrund der Teuerungen immer weniger Geld im Börsl bleibt, dass immer mehr an der Armutsgrenze dahindümpeln, dass Frauen für gleiche Arbeit immer noch ein Drittel weniger bekommen als Männer. Tatsache ist aber auch, dass PolitikerInnen „nicht schlecht“ verdienen und dass Unternehmensprofite ins Unermessliche und Undurchschaubare gestiegen sind.
Und so ist es irgendwie verständlich, wenn das „einfache Volk“ murrt und nicht ganz verstehen will, warum die einen auf die „Butterseite des Lebens“ gefallen sind (geschoben wurden?) und die (meisten) anderen nicht… Und warum die einen nicht genau sagen (wollen), was sie verdienen, und die anderen einfach nur noch die letzten Cents zusammenkratzen.
Wie praktisch ist doch die alte noble Weisheit „Über Geld spricht man nicht!“ (Vor allem nicht, wenn man’s hat…) Wie praktisch ist es doch, immer und überall billigen Populismus und die Neid-Gesellschaft zu wittern.
Entry Filed under: allgemein

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