Wie steh’n die Aktien?

Wie steh‘n die Aktien?“ Diese Frage stellte sin­ngemäß SP-Stadträtin Elis­a­beth Schirk in der Gemein­der­atssitzung am 12. Dezem­ber.

Elis­a­beth Schirk, Kämpferin für trans­par­ente und sichere Ver­an­la­gung von kurstädtis­chen Steuergeldern, stellte einen Dringlichkeit­santrag. Darin ver­wies sie auf das Ergeb­nis der Gebarung­sein­schau der Lan­desregierung Ende 2006: „Schon damals, noch vor dem Absturz der Meinl-Aktien (MEL), war unsere 700.000 Euro-Ver­an­la­gung nur noch 679.109 Euro wert. Wie hoch ist der Ver­lust jetzt, nachdem die MEL-Zer­ti­fikate mas­siv an Wert ver­loren haben?“

Kur­swertver­luste 2006

Die Gebarung­sein­schau des Lan­des hatte Ende 2006 fol­gen­den Kur­swert für die einze­le­nen ver­an­lagten Pro­dukte ergeben:

Die MEL-Aktie (ver­an­lagt: 175.000 Euro) war damals immer­hin noch 195.000 Euro wert. Der große „Absturz“ erfol­gte ja erst im Som­mer 2007.

Die „Blue Chips“ bei der Volks­bank Baden-Mödling notierten bei 151.725 Euro — statt der ursprünglich ver­an­lagten 175.000.

Der Großan­leger­fonds GF 48 stand bei 257.000 Euro (ver­an­lagt: 275.000 Euro) und ein

Renten­fonds war 75.384 Euro wert (ver­an­lagt waren 75.000 Euro).

Alles zusam­mengenom­men hatte das Ver­an­la­gungs-Paket also statt ursprünglich 700.000 Euro Ende 2006 nur noch 679.109 Euro an Wert.

Schirk ver­langte eine Über­prü­fung der Entwick­lung durch den Prü­fungsauss­chuss.

Finan­zauss­chuss prüft

Der Antrag wurde von der Liste Flam­mer, der FPÖ und Teilen der ÖVP abgelehnt.

Stadtchef Christoph Prinz sagte jedoch statt dessen eine Über­prü­fung durch den Finan­zauss­chuss zu.

Prinz steht nach wie vor zu der Ver­an­la­gung dieser Gelder aus der Kanal­rück­lage. Einen Ver­lust, wie von Schirk ange­sprochen, will er nicht sehen: „Das eine ist der Kur­swert, das andere sind die Div­i­den­den, die — mit Aus­nahme der Meinl-Aktie — jährlich aus­geschüt­tet wer­den. Und die brachten uns schon 5 %, also dop­pelt so viel wie auf einem herkömm­lichen Spar­buch. Kur­swert-Ver­luste wür­den erst zum Tra­gen kom­men, wenn wir verkaufen.“ Und das hat die Stadt­ge­meinde mit den ver­an­lagten Geldern derzeit nicht vor.

Der Bürg­er­meis­ter will sich als Stadt­ge­meinde auch nicht an Sam­melk­la­gen geschädigter MEL-Anleger beteili­gen. Und er will die Aktie (genauer: ein Zer­ti­fikat) auch nicht verkaufen. ÖVP-Stadt­parteiob­mann Franz Neuhold: „Einen Gemein­der­ats­beschluss hat es dazu nicht gegeben!“

Schirk hofft nun, dass sich der Prü­fungsauss­chuss — er kann ja ohne Weisung „von oben“ agieren — doch mit dem Aktien-Paket beschäfti­gen wird.

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