Battenfeld in der Krise

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Der größte Pro­duk­tions­be­trieb im Bezirk Baden, die Fir­ma Bat­ten­feld in Kot­ting­brunn, ist in ein­er schw­eren Finanz-Krise. Das sick­erte während der Wei­h­nachts­feiertage aus der Fir­ma durch.

Der erst Anfang Dezem­ber neu bestellte Geschäfts­führer Mag. Georg Tin­schert informierte die Belegschaft per e-mail am 28. Dezem­ber über fol­gende Fak­ten:

Die Bat­ten­feld-Kun­st­stoff­maschi­nen­bau Gmbh (BKU) wurde per 21. Dezem­ber vom Eigen­tümer Adcu­ram (ein Münch­n­er Finanz-Unternehmen) an eine englis­che Fir­ma verkauft. (OOD Pri­vate Equi­ty Ltd mit Sitz in Lon­don. Die Fir­ma war erst im Novem­ber 2007 gegrün­det wor­den)

Die BKU benötigt drin­gend eine Finanzsspritze durch den neuen Eigen­tümer. Andern­falls müsse sie per 2. Jän­ner die Insol­venz anmelden. Vor­sor­glich müssten auch sämtliche Mitar­beit­er beim Arbeits­mark­t­ser­vice zur Kündi­gung angemeldet wer­den. Betrof­fen sind 470 Mitar­beit­er.

In seinem Mail an die Belegschaft bekan­nte Tin­schert, von den Vorgän­gen nicht informiert gewe­sen zu sein. Im Gegen­teil: Er habe vom Eigen­tümer Adcu­ram noch den Auf­trag bekom­men, bis Ende Jän­ner 2008 einen 3-Jahres-Plan zu erstellen.

Des weit­eren wird die Bat­ten­feld-Ser­vice GmbH (BKS) per Feb­ru­ar 2008 von Kot­ting­brunn nach Hirten­berg über­siedeln. Die BKS ist als Betrieb direkt der Adcu­ram eingegliedert, und nicht — wie Tin­schert es sin­nvoll gefun­den hätte — der BKU. die BKS wurde erst im Herb­st 2007 gegrün­det. Auch von kün­fti­gen Verträ­gen zur Zusam­me­nar­beit zwis­chen BKS und BKU hängt die Zukun­ft der Bat­ten­feld ab. Bei den derzeit­i­gen Preisen der BKS kann die BKU nicht kos­ten­deck­end pro­duzieren.

Die Mitar­beit­er sind empört: “Wie kann es sein, dass wir uns in ein­er der­ar­ti­gen Krise befind­en? Unsere Auf­trags­büch­er und Lager sind voll, wir sind einen Drei-Schicht-Betrieb gefahren!” Auch der frühere Eigen­tümer Adcu­ram hat­te noch für 2007 Umsatzsteigerun­gen und einen “Kon­so­li­dierungskurs beim Per­son­al” ver­lautet.

Die Hoff­nun­gen der Belegschaft liegen nun auf Geschäfts­führer Georg Tin­schert. Tin­schert gilt als Top-Man­ag­er, der unter anderem auch die Leobers­dor­fer Maschi­nen­fab­rik LMF wieder “flott gemacht” hat. Let­ztlich bleibt aber nur die Hoff­nung, dass der neue englis­che Eigen­tümer doch noch zu ein­er Finanzspritze zu bewe­gen ist. Doch seit dem Verkauf am 21. Dezem­ber war an der Lon­don­er Adresse noch nie­mand zu erre­ichen…

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