Land überprüft Strahlung im Badener Zentrum

Februar 8th, 2008

Am 24. Jänner und am 1. Februar hat die NÖ Landesregierung die Mobilfunk-Strahlung in Baden gemessen. Zuletzt hatte eine Messung durch Privatbetreiber Mag. Robert Marschall (Firma TricoTel) extrem hohe Werte im Badener Zentrum ergeben - und für einige Aufregung gesorgt.

Besonders alarmierend waren sehr hohe Werte am Pfarrplatz, wo sich ja auch eine Volksschule befindet. Dort hatte Marschall - als Vertreter einer Bürgerinitiative in Baden/Weikersdorf - 6.880 Mikrowatt pro Quadratmeter gemessen. Ebenfalls extrem belastet war der Bereich um die Pestsäule und das Spital. Alle Messergebnisse sind unter www.schutz-vor-elektrosmog.at im Internet abzurufen.

Hornyik zweifelte

Badens Baustadtrat Hans Hornyik hatte die Unabhängigkeit dieser Messungen angezweifelt. Im Zuge eines Runden Tisches wurden zwischen Anrainern und Vertretern der Stadt neue Messungen durch ein unabhängiges Institut vereinbart. Ausgangspunkt waren eigentlich Proteste von Weikersdorfer BürgerInnen gegen die geplante Errichtung von Sendeanlagen in der Radetzkystraße.

Nun hat die NÖ Landesregierung, Abteilung BD2, die „offiziellen Messungen“ durchgeführt. Begleitet wurden die Experten vom Bürgerinitiativler Ing. Rudolf Glowacki. Er hat sich zwischenzeitlich selbst ein Messgerät gekauft. Seine Messungen haben jene der Firma TricoTel bestätigt.

Die Landes-Messungen müssen jetzt aber erst ausgewertet werden. Das Ergebnis soll in ein bis zwei Wochen vorliegen, so Stadtrat Hornyik. Über die Arten der Messung wird diskutiert.

Glowacki: „Das Land gibt Durchschnittswerte über sechs Minuten bekannt. Marschalls und meine Messungen zeigen die alarmierenden Spitzenwerte!“

Umwelt-Anwalt Bayer erläutert: „Wir vom Land messen frequenzspezifisch, Marschalls Messung ist eine Breitbandmessung.“ Michael Buchner vom Forum Mobilkommunikation sieht die Messwerte in Baden als „ganz normal“ an. Hohe Werte ergäben sich überall, wo viele Menschen zusammenkommen und per Handy kommunizieren. Die Werte der Sendeanlagen würden - so Buchner - nur einen Teil der gesamten Strahlenbelastung ausmachen.

Um die Sendeanlagen geht es aber nun: Immerhin sind im Kirchturm von St. Stephan mehr als ein Dutzend Sendeanlagen gebündelt. Ing. Glowacki: „Uns geht es nun darum, dass wir in ganz Baden gesundheitlich unbedenkliche Werte erreichen.“

Die Messergebnisse der Landes-Experten sollen - laut Landes-Umweltanwalt Bayer - den Anrainern und den Stadt-PolitikerInnen unter Beiziehung von Gesundheitsexperten beim nächsten „runden Mobilfunk-Tisch“ am 10. März präsentiert werden. „Früher ging‘s nicht,“ sagt Bayer.

„Die Zeit drängt!“

Grün-Gemeinderätin Dr. Helga Krismer sieht es anders: „Bürgermeisterin Adensamer und der Umweltanwalt haben keine Handschlagqualität. Denn die zweite Runde ist schon für Mitte Februar versprochen worden. Ich bedauere, dass derUmweltanwalt nicht auf Seiten der BürgerInnen steht sondern am Gängelband der Landes-ÖVP hängt.“

Krismer gibt auch ein persönliches Interesse zu: „Ich wohne mit einem Kleinkind nahe dem Pfarrplatz. Seit ich weiß, wieviele Anlagen im Kirchturm von St. Stephan hängen, ist mir klar, dass man hier dringend handeln muss. Die Zeit drängt. Ein Standort mit mehreren Sendeanlagen erzeugt hochbelastete Gebiete - die Belastung muss gerecht auf die ganze Stadt verteilt werden!“

Entry Filed under: baden, gesundheit, umwelt

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