Event mit Reformbedarf

April 10th, 2008

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Seit 1964 werden in Baden die Kulturpreise verliehen, seit bald 45 Jahren. Die Hauptpreise gingen diesmal an Raimar Wieser (Literatur) und Herbert Fischerauer (Bühne, siehe oben). Die Anerkennungspreise erhielten Gertraud Klemm (Literatur), Christa Ertl (Bühne) und die Biondekbühne Baden (Bühne). Die Rollettpreise ging an Franziska Rampl, August Breininger und posthum an Dieter O. Holzinger.

Der Event – er fand am 4. April im Casino-Festsaal statt – ist spürbar „in die Jahre“ gekommen. Spätestens seit der heftigen Kritik, die 2004 die damals auserwählten KulturpreisträgerInnen Marlene Streeruwitz und Otto Brusatti übten, wollen in der Stadt die politischen Debatten über die „Qualität“ dieser Veranstaltung nicht abreißen. Dennoch hält man bis jetzt am „alten Strickmuster“ fest.

Die PreisträgerInnen werden in Kurzfilmen präsentiert, nachdem zuvor ihre tabellarischen Lebensläufe verlesen wurden. Persönlich zu Wort kommen die PreisträgerInnen nicht. Welche Jury nach welchen Kriterien die PreisträgerInnen auswählt, bleibt geheim. Begründungen und Würdigungen gibt es nicht.

Dass es auch anders gehen könnte, zeigte die Selbstdarstellung der Schriftstellerin Gertraud Klemm. Sie unterwarf sich nicht dem städtischen „Strickmuster“ und präsentierte sich in einem selbst in Auftrag gegebenen Film. Ein Beitrag, der für eine Belebung zumindest des filmischen Programms sorgte.

Andere häufig gehörte Kritikpunkte betreffen die lange Dauer der Veranstaltung (bedingt durch die alljährlich große Zahl an PreisträgerInnen), und die „lieblose Abfertigung“ danach: Es gab keine Getränke, die Bar hatte geschlossen.

Gemeinderätin Brigitte Gumilar moderierte – anstelle der erkrankten Stadtchefin Erika Adensamer – den Abend im Rahmen des Protokolls recht sympathisch. Doch konnte auch sie nicht retten, was nicht mehr zu retten ist: Im Sinne der Kulturschaffenden dieser Stadt braucht der Kulturpreis eine Aufwertung, über die politisch früher oder später doch diskutiert werden muss.

Entry Filed under: baden, kultur, meinung

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