Schandfleck Bahnhof
Juni 20th, 2008
„Das gibt‘s doch nicht!“ Bernhard S. (27) glaubte seinen Augen nicht zu trauen am 7. Juni. Er kam mit dem Zug aus Wien an und fand nur noch Bruchstücke seines Fahrrades vor.
“Unglaublich,“ erzählt Bernhard. „Das ist jetzt bereits das vierte Fahrrad, das ich hier in den letzten zwei Jahren verloren hab. Drei wurden gestohlen, und dieses hier einfach zerlegt. Purer Vandalismus.“
Bernhard ärgert sich doppelt: Denn er hatte sein Fahrrad genau dort abgestellt, wo auch eine Videokamera angebracht war. „Als ich meine Anzeige auf der Polizei machte, hat man mir erzählt, dass die Kamera nicht eingeschaltet war. Wozu ist sie dann dort? Ich sehe ja noch ein, dass die Polizei nicht ständig vor Ort sein kann.“ Abgesehen von diesem Fall ist der Vöslauer Bahnhof immer wieder im Gerede: Es gibt dort häufig Beschädigungen an geparkten Autos, und wegen Raufereien war das Areal auch schon öfter in den Schlagzeilen. Auch das allgemeine Erscheinungsbild ist ein eher tristes.
Abteilungsinspektor Hubert Gruber von der Polizei Bad Vöslau sagt: „Die Fahrraddiebstähle am Vöslauer Bahnhof sind nicht außergewöhnlich hoch, und auch Raufereien hat es zuletzt keine gegeben. Aber Vandalismus an geparkten Autos ist im Steigen. Aus Sicht der Polizei würde Videoüberwachung unsere Arbeit wirklich erleichtern. Allerdings ist die Behörde bei der Genehmigung aus Datenschutzgründen sehr vorsichtig. Auch für den Badener Bahnhof wurde schon über Videoüberwachung diskutiert, und dann wieder verworfen, weil sich der Aufwand für die Zahl der Delikte nicht rechtfertigt.“
Vöslaus Stadtchef Christoph Prinz macht schon länger Druck auf die ÖBB: „Angefangen vom Müllraum bis zur Erweiterung unserer Parkflächen und die Sicherheit - alles war schon Thema. Doch bisher haben meine Verhandlungen mit den ÖBB noch wenig gefruchtet. Ich höre immer wieder, es ist derzeit kein Geld da.“ Täglich frequentieren den Vöslauer Bahnhof zwischen 100 und 300 Bahngäste.
„Man darf nicht vergessen, dass unser Bahnhof auch Zonengrenze ist. Wir sind eine Auspendler-Gemeinde. Ich bin schon der Meinung, dass die ÖBB auch für ihre Vöslauer Kunden tätig werden sollte.“
Videoüberwachung hält Prinz für schwierig, weil die Parkflächen sehr ausgedehnt sind und die Videoaufnahmen von Personal gesichtet werden müssten.
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2 Comments Add your own
1. Bernhard | Juni 20th, 2008 at 10:29
Ich kann nur allen raten, sperrt eure Räder mit mind 2 oder besser 3 Klasse 6+-Schlössern ab: am besten Vorderrad, Hinterrad und Rahmen. Alles was nicht niet- und nagelfest ist wird mitgenommen oder mutwillig zerstört. Meine Bremsen wurden schon 2 Wochen vorher mit aller Gewalt rausgerissen - die ganze Reparatur kostet mich jetzt sicher 150 €…
Anscheinend wussten die Täter, dass die Kamera nicht angeschlossen ist - sonst hätten sies wohl nicht das Rad nicht so schamlos auseinander genommen.
2. brigitte | Juni 30th, 2008 at 18:44
da kann er sich ja ein neues fahrrad kaufen, bei den reparatur kosten.
brigitte
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