Situationskomik statt NS-“Aufarbeitung”?

Ger­hard Lagrange beim Kom­ponieren

Anlässlich „20 Jahre Fest­spiele Bern­dorf“ stand das zeit­gemäße Volksstück „KIRCHFELD“ von Felix Dvo­rak am Pro­gramm. Als Vor­lage diente das Orig­i­nal mit dem Titel „Der Pfar­rer von Kirch­feld“ von Lud­wig Anzen­gru­ber. Dieses Stück wurde 1870 – also vor 138 Jahren uraufge­führt. Den Inhalt kann man dur­chaus als „zeit­gemäß“ beze­ich­nen, denn sowohl damals, als auch heute gab und gibt es in ein­er Dor­fge­meinde Prob­leme jed­er Art. In der derzeit­i­gen Insze­nierung geht es z.B. um die Errich­tung eines Golf­platzes und eines längst fäl­li­gen Auto­bah­nan­schlusses. Beispiele dafür gibt es ja in der Real­ität genug. Es gibt ein hin und her, ein für und wider!

Die einzel­nen Rollen sind her­vor­ra­gend beset­zt und die Darsteller entledi­gen sich ihrer Auf­gabe mit Bravour!

Was jedoch in let­zter Zeit auf­fällt – und das auch in Bern­dorf – das immer wieder eine der dunkel­sten Epochen der Zeit­geschichte, näm­lich die NS-Zeit ins Spiel gebracht wird. Auf vie­len Büh­nen wird das immer wieder bewusst prak­tiziert. An der Reak­tion des Pub­likums kon­nte man bemerken, dass es viel lieber auf die Pointen der Sit­u­a­tion­skomik wartete, als mit Erin­nerun­gen an diese schreck­liche Zeit kon­fron­tiert zu wer­den.

Möglich, dass man diese Mitein­beziehung als abschreck­endes Beispiel darstellen wollte, aber es wäre von Vorteil, in Zukun­ft auf diese Art von Erin­nerun­gen zu verzicht­en!

GERHARD LAGRANGE

KOMPONIST UND DIRIGENT

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