Spekulation” nicht gedeckt?

Elis­a­beth Schirk, Stadträtin der SPÖ, hat die speku­la­tiv­en Finanz­transak­tio­nen in Bad Vös­lau an die Öffentlichkeit gebracht

2005 wur­den 175.000- Euro aus der Vös­lauer Kanal­rück­lage in Meinl Euro­pean Land Zer­ti­fikate (Kurs beim Ankauf = 14,81 Euro) ver­an­lagt.

Seit damals sind die Zer­ti­fikate in den Keller geras­selt, SP-Stadträtin Elis­a­beth Schirk schätzt den Wert-Ver­lust auf rund 85.000 Euro. Bürg­er­meis­ter Christoph Prinz hat bis­lang keine Auskun­ft über den tat­säch­lichen Ver­lust gegeben.

Er betont, dass man im Jahr 2005 auf herkömm­liche Spar­büch­er nur bis zu 2 Prozent Zin­sen bekom­men hätte. Ins­ge­samt habe man 700.000 Euro in vier ver­schiedene Pro­duk­te (eines davon MEL) investiert — und dadurch etwa 5 % Zin­sen nach Steuern erwartet. Prinz betont, dass die anderen Ver­an­la­gun­gen dur­chaus pos­i­tiv per­formt hät­ten. Lediglich das MEL-Papi­er habe die Erwartun­gen nicht erfüllt.

FPÖ-Bezirk­sob­mann Jäger­bauer, selb­st ein Vös­lauer, und Vös­laus FPÖ-Stadt­parteiob­mann Ger­st­ner forderten Prinz per Presseaussendung auf, ähn­lich wie der Bürg­er­meis­ter aus Ober­schützen (dort wur­den Speku­la­tionsver­luste von 90.000 Euro “einge­fahren”) ein Jahr lang auf sein Bürg­er­meis­ter-Salär zu verzicht­en.

Prinz hat dies abgelehnt, in Hin­blick auf einen damals ein­stim­mig gefassten Gemein­der­ats­beschluss, in dem die Ver­an­la­gun­gen nach ein­schlägiger Beratung durch einen Finanz­ex­perten beschlossen wur­den. SPÖ-Stadträtin Elis­a­beth Schirk gibt zwar zu, damals in Finanzdin­gen nicht beson­ders sat­telfest gewe­sen zu sein. “Uns wurde gesagt, dass durch die Ver­an­la­gung in der Regel keine Kap­i­talver­luste zu erwarten seien, damit waren wir Gemein­deräte zufrieden.” Inzwis­chen aber sei sie wesentlich bess­er informiert.

Sie weist darauf hin, dass im dama­li­gen Gemein­der­ats­beschluss keine Rede vom Ankauf von Zer­ti­fikat­en gewe­sen sei, Prinz also die Investi­tion ohne Deck­ung durch den Gemein­der­at getätigt habe. Prinz weist diese Behaup­tung zurück. Die Vös­lauer “Speku­la­tion” sei durch den Gemein­der­at abge­seg­net. Und zwar ein­stim­mig.

Inzwis­chen ist jeden­falls der dama­lige Finanzs­tad­trat Har­ald Rumpel zurück­ge­treten. Aus beru­flichen Grün­den, wie es hieß. Ihm fol­gte Karin Pfleger nach.

In der Gemeinde Warth (Bezirk Neunkirchen) haben speku­la­tive Finanz-Transak­tio­nen bere­its einen Bürg­er­meis­ter-Wech­sel verur­sacht.

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