Zerbrochene Herzen, SMS und Alkohol

Dezember 1st, 2008

“Geplatzte Träume” (in Form eines Brautschleiers) setzte Gabi Schweiger ins Bild.

Befassen sich Männer und Frauen künstlerisch unterschiedlich mit familiärer Gewalt? Immerhin sind Frauen mehrheitlich als Opfer betroffen, Männer als Täter. Dieser Frage kann man noch bis 2. Dezember bei einer Fotoausstellung im Haus der Kunst in Baden nachgehen.

Doch wenn man die Fotografien betrachtet, die im Rahmen eines Workshops bei Badens Fotografin Sophie Lesch entstanden, lässt sich ein Geschlechter-“Stempel“ nicht feststellen. Vorgabe war die subtile Auseinandersetzung mit dem Thema. Gewalt an sich sollte nicht gezeigt werden.

„Zunächst gab es eine Art Sperre bei Männern und Frauen, sich überhaupt zu konfrontieren. Ausführliche Informationen sorgten aber dann doch für die nötige Inspiration,“ sagt Sophie Lesch. 22 Männer und Frauen zeigten im Haus der Kunst ihre Bilder – zugunsten der Frauenberatungsstelle Undine in Baden.

Gabi Schweiger, Buchhalterin aus Baden (oben), ist eine der weiblichen Fotografinnen – thematisch hat sie sich mit zerbrochenen Herzen und enttäuschten Hoffnungen auseinandergesetzt. „Ich hatte keine Ahnung, wieviel Gewalt es in so mancher Familie gibt. Ich will zum Nachdenken anregen,“ sagt sie.

Der Gastwirt Alfred Marschner (oben)  hat sich mit der Anonymität moderner Kommunikation und mit Alkohol befasst. „SMS ersetzten schon Gespräche mit Blickkontakt. Entschuldigungen werden ebenso leicht hingeschrieben wie Liebes- oder Trennungserklärungen. Die Verantwortung für seine Worte und Taten, etwa Gewalt, muss man gar nicht mehr so richtig übernehmen.“

Die Gedanken und Bilder der FotografInnen dieses Workshops sind in einem aufwändig gestalteten Katalog festgehalten. Ihn kann man ebenso käuflich erwerben wie einen Stehkalender für den Schreibtisch – bei Sophie Lesch unter 0650-.6301578.

Die Fotoausstellung wird nächstes Jahr im Herrenhaus in Pottenstein, vielleicht auch im AKH Wien oder im Parlament gezeigt. Sie kann aber auch von anderen Institutionen „engagiert“ werden.

Entry Filed under: baden,kultur,psychologie

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