Zerbrochene Herzen, SMS und Alkohol

Geplatzte Träume” (in Form eines Brautschleiers) set­zte Gabi Schweiger ins Bild.

Befassen sich Män­ner und Frauen kün­st­lerisch unter­schiedlich mit famil­iär­er Gewalt? Immer­hin sind Frauen mehrheitlich als Opfer betrof­fen, Män­ner als Täter. Dieser Frage kann man noch bis 2. Dezem­ber bei ein­er Fotoausstel­lung im Haus der Kun­st in Baden nachge­hen.

Doch wenn man die Fotografien betra­chtet, die im Rah­men eines Work­shops bei Badens Fotografin Sophie Lesch ent­standen, lässt sich ein Geschlechter-“Stempel“ nicht fest­stellen. Vor­gabe war die sub­tile Auseinan­der­set­zung mit dem The­ma. Gewalt an sich sollte nicht gezeigt wer­den.

Zunächst gab es eine Art Sperre bei Män­nern und Frauen, sich über­haupt zu kon­fron­tieren. Aus­führliche Infor­ma­tio­nen sorgten aber dann doch für die nötige Inspi­ra­tion,“ sagt Sophie Lesch. 22 Män­ner und Frauen zeigten im Haus der Kun­st ihre Bilder – zugun­sten der Frauen­ber­atungsstelle Undine in Baden.

Gabi Schweiger, Buch­hal­terin aus Baden (oben), ist eine der weib­lichen Fotografinnen – the­ma­tisch hat sie sich mit zer­broch­enen Herzen und ent­täuscht­en Hoff­nun­gen auseinan­derge­set­zt. „Ich hat­te keine Ahnung, wieviel Gewalt es in so manch­er Fam­i­lie gibt. Ich will zum Nach­denken anre­gen,“ sagt sie.

Der Gast­wirt Alfred Marschn­er (oben)  hat sich mit der Anonymität mod­ern­er Kom­mu­nika­tion und mit Alko­hol befasst. „SMS erset­zten schon Gespräche mit Blick­kon­takt. Entschuldigun­gen wer­den eben­so leicht hingeschrieben wie Liebes- oder Tren­nungserk­lärun­gen. Die Ver­ant­wor­tung für seine Worte und Tat­en, etwa Gewalt, muss man gar nicht mehr so richtig übernehmen.“

Die Gedanken und Bilder der FotografInnen dieses Work­shops sind in einem aufwändig gestal­teten Kat­a­log fest­ge­hal­ten. Ihn kann man eben­so käu­flich erwer­ben wie einen Stehkalen­der für den Schreibtisch – bei Sophie Lesch unter 0650-.6301578.

Die Fotoausstel­lung wird näch­stes Jahr im Her­ren­haus in Pot­ten­stein, vielle­icht auch im AKH Wien oder im Par­la­ment gezeigt. Sie kann aber auch von anderen Insti­tu­tio­nen „engagiert“ wer­den.

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