Where have all the flowers gone…?

WWF und Lebens­min­is­teri­um war­nen vor dro­hen­dem Artenex­o­dus angesichts des Booms pflan­zlich­er Heilmit­tel in der Alter­na­tivmedi­zin

Fol­gende Aussendung des WWF zwingt zum Aufhorchen und Nach­denken:

Chi­na ist berühmt-berüchtigt für seine oft beden­kliche Nutzung bedro­hter Wildarten in Medi­zin und Ernährung. “Für die Her­stel­lung von Arzneien wer­den nicht nur hin­länglich bekan­nte ille­gale Pro­duk­te aus zer­malmten Tiger­knochen oder Bären­galle ver­wen­det, son­dern vor allem auch tausende Pflanzenarten”, erk­lärt WWF Arten­schutzex­per­tin Jut­ta Jahrl. Das — auch in Öster­re­ich boomende
— Geschäft mit der Tra­di­tionellen Chi­ne­sis­chen Medi­zin (TCM) hat mit dazu beige­tra­gen, dass bere­its einige Pflanzenarten am Rand des Ausster­bens ste­hen. “Wir begrüßen die Asi­atis­che Medi­zin und Naturheil­ver­fahren als wertvolle kom­pli­men­täre Behand­lungsmeth­ode, weisen aber darauf hin, dass bei der Gewin­nung der Rohstoffe unbe­d­ingt auf den Arten­schutz geachtet wer­den muss”, so Jahrl. Nicht nur die chi­ne­sis­chen Behör­den müssen für verbesserte Han­del­skon­trollen sor­gen, son­dern auch Impor­teure, Händler, Apothek­er, Ärzte und Patien­ten in Europa tra­gen eine Mitver­ant­wor­tung.

Die TCM hat sich im West­en als wertvolle Ergänzung der klas­sis­chen Schul­medi­zin sehr gut etabliert”, erk­lärt Prof. Dr. Andrea Zauner-Dungl, Mit­glied im Beirat des öster­re­ichis­chen Gesund­heitsmin­is­teri­ums für tra­di­tionelle Asi­atis­che Medi­zin.
Da die wichtig­sten chi­ne­sis­chen Ther­a­piefor­men nicht nur bekan­nte Meth­o­d­en wie Akupunk­tur bilden, son­dern die Behand­lung mit Arzneien und Tees nach alten Rezepten aus Tier- und Pflanzenbe­standteilen, steigt der Druck auf diese natür­lichen Ressourcen.
“Ger­ade weil mit Hil­fe dieser ural­ten Rezep­turen durch­schla­gende Erfolge etwa beim Schmerzsyn­drom, bei chro­nis­chen Atemwegserkrankun­gen oder bei der Magen- und Darm­störun­gen erzielt wer­den kön­nen, muss die ökol­o­gis­che Nach­haltigkeit bei der Gewin­nung der Rohstoffe im Zen­trum der Bemühun­gen ste­hen!”

WWF und Lebens­min­is­teri­um set­zen im Rah­men ein­er Aufk­lärung­sof­fen­sive über die scho­nende Nutzung geschützter Heilpflanzen auf Infor­ma­tion von Pro­duzen­ten, Zwis­chen­händlern und Kon­sumenten. “Wir begrüßen die Ini­tia­tive der TCM-Berufsver­bände, die sich weltweit dazu verpflichtet haben, keine Bestandteile bedro­hter Tier- und Pflanzenarten zu ver­wen­den”, erk­lärt Max Abensperg-Traun, Arten­schutzex­perte im Lebens­min­is­teri­um.

Chi­na ver­fügt wie kaum ein anderes Land über unver­gle­ich­liche Naturschätze und ist zugle­ich ein­er der welt­größten Umschlag­plätze für Pro­duk­te aus bedro­ht­en Arten. Der Han­del mit Rohstof­fen für die TCM verze­ich­net seit 2003 jährliche Zuwach­srat­en von 10 Prozent. Neben Asien und Nor­dameri­ka ist Europa mit einem jährlichen Importvol­u­men von 130 Mil­lio­nen Euro ein­er der Haupt­ab­nehmer. Dies geht aus dem aktuellen WWF-Report “The State of Wildlife Trade in Chi­na” her­vor.

Der WWF und seine Arten­han­del­sor­gan­i­sa­tion TRAFFIC haben gemein­sam mit der Welt­naturschutzu­nion IUCN einen inter­na­tionalen Stan­dard mit Kri­te­rien für eine nach­haltige Wild­samm­lung von Heil- und Aromapflanzen erstellt, der nun in zehn Pro­jek­ten weltweit umge­set­zt und opti­miert wer­den soll.

Heilpflanzen-Fold­er zum Down­load und weit­ere Infos: www.wwf.at/Heilpflanzen.
Report “The State of Wildlife Trade in Chi­na” zum Down­load: www.wwf.at/Presse

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