Oldtimer faszinieren mich!”

snv15494Hans Weghofer mit einem nachge­bauten Mer­cedes MB L319, wie er in den Fün­fziger Jahren in den Halleiner Motoren­werken im Ein­satz war.

Eine große Liebe von Hans Weghofer (41) gilt der öster­re­ichis­chen Nachkriegszeit. Unter anderem befasst er sich mit Old­timern, die er selbst liebevoll restau­ri­ert und nach­baut. Am Woch­enende war der Wiener Neustädter mit einem Prunk­stück aus seiner Samm­lung bei einer großen Ausstel­lung über die Halleiner Motoren­werke (HMW) in Kot­ting­brunn vertreten.


Weghofers ganzer Stolz ist ein Mer­cedes MB-L319, den er in zwei­jähriger penibler Kleinar­beit nach­baute. „Ich habe das Auto auf einem Schrottplatz gefun­den. Es war einer von fünf in Hallein ver­wen­de­ten Lkw. Die Fahrgestell­num­mer sagt aus, dass dieser Lkw der 94.917. der gesamten Pro­duk­tion­sserie war.“ Das von Hans Weghofer nachge­baute Auto (Erstzu­las­sung 1966) ist natür­lich fahrtüchtig. Es ist 5870 mm lang, 2120 mm breit und 2320 mm hoch. Es bringt eine Höch­st­geschwindigkeit von 90 km/h.

Warum hat sich Hans Weghofer die ganze Arbeit ange­tan? „Ich habe mich dabei an meine Kind­heit in Enns erin­nert, wo ein solcher Last­wa­gen aus HMW-Besitz mit dem entsprechen­den Logo noch jahre­lang von einem Mitar­beiter der Zuck­er­fab­rik gefahren wurde, bevor es 1977 ver­schrot­tet wurde.“

Die Halleiner Motoren­werke wur­den 1948 gegrün­det, brachten es zeitweilig auf 1600 Beschäftigte. 1957 über­siedel­ten sie nach Kot­ting­brunn. Dort waren noch rund 600 Mitar­beiter beschäftigt, unter ihnen auch die Wiener Neustädter Polit-Größe Arnold „Noldi“ Grab­ner.

Die Fab­rik gehörte dem Wiener Neustädter Hans Hin­ter­berger, der mit dem Werk viel Geld machen wollte. Seine Pläne gin­gen nicht ganz auf, denn die HMW, die auf die Pro­duk­tion von Motoren und Mopeds spezial­isiert waren, mussten schließlich vor der immer stärker wer­den­den Nach­frage nach Autos kapit­ulieren. Am 16. Mai 1962 rollte das let­zte Moped vom Fließband.

Hans Weghofer bestre­itet übri­gens seine alltäglichen Aut­o­fahrten auch mit einem his­torischen Fahrzeug — einem orange­far­be­nen Opel Kadett Bau­jahr 1973.

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