Die ersten 50 Jahre…

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Ger­hard Baum­gart­ner machte sich über alte Gemein­der­at­spro­tokolle von Bad Vös­lau her. Akribisch entz­if­ferte er die in nicht beson­ders ordentlicher Kur­rentschrift ver­fassten alten Gemein­der­ats­beschlüsse — und förderte ein Stück beinahe ver­lorener und vergessener Vös­lauer Geschichte zutage.
Die ersten 50 Jahre“ — so nennt Baum­gart­ner sein Werk, das auf CD gebrannt wurde und im Rathaus zu bekom­men ist.
Eine Zeitreise in
die Ver­gan­gen­heit

Bei der Präsen­ta­tion am 7. Mai ent­führte Baum­gart­ner in eine längst ver­sunkene Welt.
n So zum Beispiel rief er anhand der Gemein­der­at­spro­tokolle in Erin­nerung, dass bis zum ersten Weltkrieg auch in Bad Vös­lau Som­merthe­ater gespielt wurde.
Am Bahn­hof, am Schloss­platz und beim Hotel Belle­vue waren Fiaker-Stan­dorte, die Vorgänger des heuti­gen City-Taxi…
Täglich wurde Bade­musik auf der Wald­wiese gespielt.
1900 waren noch die Vorgänger mod­erner Secu­rity im Dienst: drei Nachtwächter küm­merten sich um die Sicher­heit im Ort. Bis 1970 gab es ja auch bekan­ntlich eine Vös­lauer Ort­spolizei.
Die erste Apotheke wurde laut Gemein­der­ats­beschluss im Jahr 1866 eröffnet, das erste Post­amt 1868 — es war selb­stver­ständlich ein k.u.k.-Postamt.
20 Jahre später wurde dann die erste öffentliche Sprech­stelle und eine staatliche Tele­fon­ver­mit­tlung in Betrieb genom­men. Hochbe­trieb herrschte damals dort noch nicht.
1888 war der untere Teich im Bad als Eis­lauf­platz in Ver­wen­dung, 1894 hat­ten es die Behör­den mit einer Maikäfer-Plage zu tun — das Ein­sam­meln der heute so sel­te­nen Tiere brachte damals pro Liter drei Kreuzer.
1892 wurde nach Plä­nen des Architek­ten Rudolf Reiter eine Dop­pelvolkss­chule (für Buben und Mäd­chen) errichtet, 1895 ging die Elek­trische Bahn zwis­chen Baden und Bad Vös­lau in Betrieb, die erst spät im 20. Jahrhun­dert wieder eingestellt wurde.
Mit einem beson­deren High­light enden die Gemein­der­at­spro­tokolle der ersten 50 Jahre: mit der feier­lichen Inbe­trieb­nahme des ersten elek­trischen Lichtes am 12. Juli 1900.
Wer küm­mert sich um
die näch­sten 100 Jahre?
Bürg­er­meis­ter Christoph Prinz grat­ulierte bei der Präsen­ta­tion dem His­toriker Ger­hard Baum­gart­ner für seine Arbeit und gab der Hoff­nung Aus­druck, dass sich auch „um die näch­sten 100 Jahre“ jemand annehmen möchte. Es haben sich auf der Gemeinde bere­its einige Inter­essierte gefun­den, die an der Geschichte weit­er­forschen wol­len. Kon­takte wer­den auf der Gemeinde gerne hergestellt.

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