Attac-Sprecher Christian Felber im Interview
November 12th, 2009

Attac Österreich-Sprecher Christian Felber hat ein neues Buch geschrieben: „Kooperation statt Konkurrenz - 10 Schritte aus der Krise“. Felber präsentiert Möglichkeiten zur Regulierung der Finanzmärkte und gibt Tipps, wie jeder Einzelne der Krise gegensteuern kann.
Atomkraft. Von niemandem verantwortbare Risikotechnologie. Ab ins Museum.
Börsenkrach. Gehört zur Börse wie das Platzen zur Seifenblase. Die Auswirkungen sind aber schlimmer, daher sind Börsen prinzipiell zu überdenken.
Chaos. Ist eine Ordnung, die noch nicht erkannt wurde.
Demokratie. Eines der höchsten Güter des Abendlandes, für das sich jede/r Einzelne einsetzen muss, wenn wir nicht wollen, dass es uns enteignet wird.
EU. Eine sinnvolle Idee, wenn sie auf Friede, Nachhaltigkeit und Demokratie fokussieren würde. Der Konstruktionsfehler ist der Binnenmarkt.
Freiheit. Erkenntnis, Kreativität, Beziehung, Muße. Nicht Geld, Erfolg, Macht.
Globalisierung. Bei kulturellen Gütern gut, bei Waren in geringem Maß gut, bei Finanzen meistens schlecht.
Heimat. Dort, wo meine freundschaftlichen, emotionalen, politischen oder spirituellen Wurzeln sind.
Integration. Das Leben ist eine laufende Integration von Erlebnissen, Information und Lehren.
Jugend. Selig, die sie bis ins Grab leben.
Klimawandel. Letzte Chance: Schnellstmögliche Unabhängigkeit vom Erdöl. Darauf deutet derzeit wenig hin. Die Preisexplosion beim Erdöl wird uns zuvorkommen und kann zu Versorgungszusammenbruch führen. Vorsorgen: Kooperationsgruppen gründen.
Landwirtschaft. Kleinteilig, biologisch, mit mehr Arbeitskräften als heute, über faire Preise finanziert.
Mut. Fehlt vielen Menschen, die sich als ohnmächtig wahrnehmen und deshalb politisch nicht einmischen.
NGO. Sauerstoff der Demokratie. Haben ohne die Unterstützung möglichst vieler Menschen keine Kraft.
Ordnung. Muss nicht immer sein.
Paradies. Am besten täglich einmal selbst schaffen.
Quelle. Drin spielt die Forelle.
Rechte. Die fehlen der Bevölkerung noch weitgehend, und die muss sie sich erst erstreiten.
Steuerpolitik. Da fehlen: Vermögenssteuer, Erbschaftssteuer, Finanztransaktions- und Kapitalertragssteuer. Dann könnten die Löhne und Gehälter im Gegenzug empfindlich entlastet werden.
Tanz. Lebenselixier, am besten täglich, einer der verlässlichsten Wege zum Glück.
Umverteilung. Die letzen 30 Jahre von der Allgemeinheit zu den Reichen, die nächsten 30 Jahre besser wieder umgekehrt.
Vermögen. In Österreich besitzt ein Promille der Haushalte soviel wie die Hälfte aller Haushalte zusammen. Das muss sich ändern. Niemand sollte mehr als 10 Millionen Euro besitzen dürfen, damit die einen im Verhältnis zu den anderen nicht zu mächtig werden.
Wasser. Sollte ein Menschenrecht und nur von nichtgewinnorientierten Betrieben verteilt werden.
X-beliebig. Die Parteien, die sich der Neoliberalismus aussucht.
Yin & Yang: Jedes Ding hat zwei Seiten, und beide stimmen.
Zorn: Wenn etwas vor dem Zerrissenwerden bewahrt werden soll, dann kann Zorn heilig sein. Zum Beispiel, wenn die Regierung die Bevölkerung in Arm und Reich spalten will.
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