Orlow: Operette ohne Kaiser…
November 27th, 2009

Frauke Schäfer und Marko Kathol. www.christian-husar.com
Am 12. Dezember hat in der Bühne Baden (vormals Stadttheater), die Operette “Orlow” von Bruno Granichstaedten Premiere. 19.30 Uhr. Die Operette spielt im russischen Großfürstentum nach der Revolution.
John Walsh, der Inhaber einer Automobilfabrik in New York, umschwärmt vergeblich die russische Tänzerin Nadja. Sie interessiert sich nur für einen Landsmann, den Maschinisten Alex Doroschinsky, bei dem es sich um den aus Russland geflohenen Großfürsten Alexander handelt. Er hat nach der Revolution alles verloren – bis auf den berühmten Diamanten „Orlow“.
Jolly, Walshs Kompagnon, der Alex aus früheren Zeiten kennt, soll ihn in seinem Auftrag verkaufen, damit Doroschinsky die Tänzerin Nadja für sich gewinnen kann.
Als sich herausstellt, dass Alex im Besitz des Diamanten ist, hält Nadja ihn vor versammelter Menge für einen Dieb. Alex’ Identität wird offenbart, worauf Nadja ihn um Verzeihung bittet, aber er zeigt sich unversöhnlich. Erst im dritten Akt zeigt sich, dass Liebe stärker ist als Stolz und die beiden finden zueinander.
Für seine einst viel gespielte Operette „Der Orlow“ komponierte Bruno Granichstaedten mit der Arie „Da nehm’ ich meine kleine Zigarette“ und dem Blues „Für dich, mein Schatz, hab’ ich mich schön gemacht“ zwei seiner bekanntesten Melodien.
Bruno Granichstaedten: geboren 1879 in Wien, gestorben 1944 in New York.
Schon früh zeigte Bruno Granichstaedten großes Interesse an Musik. Er erhielt dementsprechend eine fundierte Ausbildung in Leipzig.
Nach ersten Theaterengagements wurde er 1900 als Kapellmeister an die Münchener Hofoper berufen. Da er sich zur „leichten Muse“ hingezogen fühlte, gründete er, gemeinsam mit Frank Wedekind das Kabarett „Die Elf Schafrichter“, was seine Entlassung aus der Oper zur Folge hatte.
Nach dem „Anschluss“ Österreichs mußte er als Jude das Land verlassen. Mit Hilfe der Sängerin Betty Fischer gelang es ihm, über Luxemburg 1940 in die USA zu emigrieren. Hier konnte er aber nicht mehr Fuß fassen, zeitweise verdiente er sich seinen Lebensunterhalt als Pianist in Nachtlokalen.
Bruno Granichstaedten schuf 16 Operetten und Singspiele, zu denen er teilweise auch das Libretto verfasste. Die größten Erfolge waren nach seinem Erstlingswerk 1908 („Bub oder Mädel“), „Auf Befehl der Kaiserin“ (1915) und „Der Orlow“ (1924).
Daneben schuf er die Musik zu drei Tonfilmen und einige Lieder und Chansons.
Seine Musik war in den Anfangsjahren von typisch wienerischer Art, nach dem Ersten Weltkrieg ist deutlich der Einfluss der populären US-amerikanischen Musik zu hören.
Besetzung:
Musikalische Leitung Oliver Ostermann
Inszenierung Volker Wahl / Michaela Ronzoni
Ausstattung Stefanie Stuhldreier
Choreografie Mátyás Jurkovics
John Walsh Ronald Seboth
Jolly Jefferson Stephan Wapenhans
Nadja Nadjakowska Frauke Schäfer
Harry, Walshs Freund René Rumpold
Fred, Walshs Freund Walter Schwab
Brown, Detektiv Josef Kirschner
Stepnoff, Dolmetscher Robert Sadil
Hunter, Werkmeister Thomas Nestler
Dolly Marbanks Iva Mihanovic
Alex Doroschinsky Marko Kathol
Aufführungstermine:
Dezember 13 (15.00 Uhr), 17 (19.30 Uhr), 18 (19.30 Uhr), 26 (15.00 Uhr), 27 (15.00 Uhr), 31 (19.00 Uhr)
Jänner 2 (19.30 Uhr), 3 (15.00 Uhr), 6 (19.30 Uhr), 9 (19.30 Uhr), 10 (15.00 Uhr), 23 (19.30 Uhr), 24 ( 15.00 Uhr)
2 Comments Add your own
1. T.B. | Februar 1st, 2010 at 23:36
Es wäre vielleicht angebracht, hier nicht nur eine Nacherzählung samt Granichstaedten-Biografie (beides aus dem Programmheft abgeschrieben) zu bringen, sondern eine echte Kritik.
2. gabi.stockmann | Februar 2nd, 2010 at 08:21
dieser bericht ist nur die ankündigung.
die kritik findet sich unter diesem link
http://gast.adaxas.net/wordpress/2009/12/17/diamanten-und-liebesfunken/
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