Mich fasziniert Hans Barwitzius”

Aus­gerech­net zum Wahlauf­takt der SPÖ Wr. Neustadt am Sam­stag der Vor­woche gab es diesen — unge­planten — Pauken­schlag in der Gemein­de­poli­tik: Die ehe­ma­lige SPÖ-Gesund­heitsstadträtin und Anwär­terin aufs Bürg­er­meis­ter-Amt, Dr. Eva­maria Slu­ka-Grab­n­er will bei der Gemein­der­atswahl am 14. März mit ein­er eige­nen Liste antreten — und Stadtchef Bern­hard Müller Konkur­renz machen…

Begin­nen wir mit der Moti­va­tion. Was hat Sie zulet­zt so geärg­ert, dass Sie sich zu ein­er eige­nen Kan­di­datur entschlossen haben?
Dr. Eva­maria Slu­ka-Grab­n­er: Ich habe mir die Entschei­dung, mit ein­er eige­nen Liste bei der Gemein­der­atswahl anzutreten nicht leicht gemacht, das kön­nen Sie mir glauben. Let­ztlich haben mich mehrere Gründe dazu ver­an­lasst, diesen Schritt zu set­zen. Zunächst möchte ich per­sön­liche Gründe nen­nen, die vor allem damit zu tun haben, wie die SPÖ-Führung zulet­zt mit Traude Dier­dorf umge­gan­gen ist. Das hat sich eine Alt-Bürg­er­meis­terin, die Wiener Neustadt so pos­i­tiv geprägt hat, nicht ver­di­ent.
Es gibt aber auch inhaltliche Gründe, wie man in Wiener Neustadt mit gewis­sen Pro­jek­ten, wie beispiel­sweise der Gehalt­szahlung an den ehre­namtlichen Sozialom­buds­mann oder dem ver­sucht­en Verkauf von Augrund­stück­en umge­ht. Und schließlich haben auch noch stilis­tis­che Gründe mit­ge­spielt. So wie viele andere bin auch ich von der derzeit­i­gen Wiener Neustädter SPÖ-Führung ent­täuscht. Es kann nicht sein, dass das Parteibuch mehr zählt als der Men­sch. Das war und ist meine Moti­va­tion zu kan­di­dieren.

In ein­er ersten Reak­tion traut Ihnen Bürg­er­meis­ter Bern­hard Müller kein einziges Man­dat zu. Ein Man­dat ist ca. 900 Stim­men wert. Wie ist Ihre Prog­nose?
Slu­ka-Grab­n­er: Die Man­date in Wiener Neustadt wer­den von den Wäh­lerin­nen und Wäh­lern vergeben und nicht vom Bürg­er­meis­ter. Ich werde auf jeden Fall bis zum Schluss um das Ver­trauen der Wiener Neustädter Bürg­er wer­ben. Je größer dieses Ver­trauen aus­fällt, umso mehr freut es mich.

Manche Leute ver­muten bei Ihnen nun „gekränk­te Eit­elkeit“ und dass es Ihnen nur um einen weit­eren Verbleib im Gemein­der­at geht…
Slu­ka-Grab­n­er: Wenn es mir nur darum gehen würde, hätte ich das ein­fach­er haben kön­nen. Ich trete an, weil ich allen eine Heimat geben möchte, die sozialdemokratisch gesin­nt, aber mit der aktuellen Wiener Neustädter SPÖ-Führung unzufrieden sind und denen die Men­schen mehr bedeuten als poli­tis­che Pro­gramme. Denn mein Mot­to lautet: Ehrlich. Men­schlich. Sozial.

Welche Per­sön­lichkeit fasziniert Sie und warum?
Slu­ka-Grab­n­er:
Es gibt nicht nur eine Per­sön­lichkeit, die mich fasziniert, son­dern ist eigentlich jed­er Men­sch faszinierend. Eine beson­dere Fasz­i­na­tion ging auch für mich von Bürg­er­meis­ter Hans Bar­witz­ius aus, weil er immer ein Bürg­er­meis­ter für alle Wiener Neustädter war.

Die näch­sten Wochen wer­den sich­er für Sie stres­sig. Daher eine Entspan­nungs­frage: Wo haben Sie zulet­zt einen schö­nen Urlaub ver­bracht- und warum?
Slu­ka-Grab­n­er: Meinen let­zten schö­nen Urlaub habe ich ver­gan­genen Som­mer in meinem Garten ver­bracht, weil er für mich Natur pur bedeutet. Hier kann ich bess­er entspan­nen als ander­swo.

Welch­es Buch ist Ihr Lieblings­buch — und warum?
Slu­ka-Grab­n­er: „Erzäh­lun­gen“ von Joseph Roth. Er kann in wun­der­samer Sprache die Seele des Vielvölk­er­staates Öster­re­ich-Ungarn an Hand der Schick­sale ein­fach­er Men­schen aufer­ste­hen lassen.

Und worüber haben Sie eigentlich zulet­zt am her­zlich­sten gelacht?
Slu­ka-Grab­n­er: Am meis­ten habe ich über die Ver­suche meines Hun­des „Elliot“, Schneeflock­en zu fan­gen,
gelacht.

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