Die Armutsfalle schnappt zu

SNV19168

Vor zwei Jahren hätte man Ingrid Ker­schbaumer (44) noch dem Mit­tel­stand zugerech­net. Die Teilzeit-Verkäuferin bewohnte mit Mann und Kind ein Ein­fam­i­lien­haus. Dann kam die Schei­dung…

Die Frau über­siedelte 2007 mit Tochter, zwei Hünd­chen und Hab und Gut in eine 41 Quadrat­meter kleine Genossen­schaftswoh­nung im Kriegsspi­tal. „Nur eine Über­gangslö­sung,“ dachte sie damals noch opti­mistisch. Vor einem Jahr ver­lor sie aber ihre Arbeit. Nun lebt sie mit Kind — alle Leis­tun­gen zusam­men­gerech­net — von 940 Euro monatlich. Die Miete allein kostet 223 Euro. Die Frau muss elek­trisch heizen, da der Hol­zofen an der vorge­se­henen Stelle keinen Platz hat. Doch mit Strom heizen ist teuer. Und jed­er Euro mehr tut der Frau weh.
Etwas „schwarz“ dazu­ver­di­enen kann sich die Frau auch nicht, da sie vom AMS in einen Vor­mit­tags-Kurs zum The­ma „Per­sön­lichkeit­sen­twick­lung“ gesteckt wurde — zur einzi­gen Zeit, wo sie arbeit­en kön­nte.
Und ein neuer Teilzeit-Job, der mehr ein­bringt als die Not­stand­shil­fe, ist auf­grund ihrer Kinder­be­treu­ungspflicht­en erst gar nicht in Sicht…
Ingrid Ker­schbaumer ist ein typ­is­ches Beispiel, wie Men­schen ruck-zuck in die Armut schlit­tern kön­nen. Eine Entwick­lung, der die EU heuer mit dem „Jahr der Armuts­bekämp­fung“ gegen­s­teuern will.
Auch WN Aktiv-Mann Wolf­gang Haber­ler und Bgm. Müller haben zulet­zt darauf hingewiesen, dass auch in Wiener Neustadt der „Mit­tel­stand gefährdet“ ist. Während Haber­ler auf „Öster­re­ich zuerst“ set­zt, proklamierte Stadtchef Müller in sein­er Zukun­ft­srede vorige Woche die „sol­i­darische Gesellschaft“.

Ein Gedanke zu „Die Armutsfalle schnappt zu

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.