Eine “Begegnung” mit Marie Jahoda

Marie Jahoda (1907 — 2001)

Die Grü­nen Bisam­berg laden am Sam­stag, dem 20. Novem­ber, zu einem Vor­trags- und Diskus­sion­s­abend mit musikalis­cher Begleitung (Stephan Rausch) zum Thema “Arbeit und Arbeit­slosigkeit”. Chris­tiane Holler und Cecile Cor­don lesen aus einer der berühmtesten Stu­dien, die je zum Thema “Arbeit­slosigkeit” veröf­fentlicht wurde: aus Marie Jaho­das “Die Arbeit­slosen von Mari­en­thal”.

Dieses Studie, veröf­fentlicht 1933, unter­sucht erst­mals die indi­vidu­el­len Auswirkun­gen von lan­gan­dauern­der Masse­nar­beit­slosigkeit auf die Men­schen anhand der Entwick­lung nach einer Fab­rikss­chließung in Mari­en­thal (nahe Gra­mat­neusiedl). Beson­ders inter­es­sant fand ich den Abschnitt über den Umgang mit der Zeit.

Zitat: Wer weiß, mit welcher Zähigkeit die Arbeit­er­schaft seit den Anfän­gen ihrer Organ­i­sa­tion um die Ver­längerung der Freizeit kämpft, der kön­nte meinen, dass in allem Elend der Arbeit­slosigkeit die unbe­gren­zte freie Zeit für den Men­schen doch ein Gewinn sei. Aber bei näherem Zuse­hen erweist sich diese Freizeit als tragis­ches Geschenk. Los­gelöst von ihrer Arbeit und ohne Kon­takt mit der Außen­welt haben die Arbeiter die materiel­len und moar­alis­chen Möglick­eiten einge­büßt, die Zeit zu ver­wen­den. Sie, die sich nicht mehr beeilen müssen, begin­nen auch nichts mehr und gleiten allmäh­lich ab aus einer geregel­ten Exis­tenz ins Unge­bun­dene und Leere. Wenn sie Rückschau hal­ten über einen Abschnitt dieser freien Zeit, dann will ihnen nichts ein­fal­len, was ser Mühe wert wäre, erzählt zu wer­den.

Die Ver­anstal­tung der Grü­nen beginnt um 19.30 Uhr (Ein­lass 18 Uhr) beim Heuri­gen Wein­bau Langes, Josef Dab­schstraße 2, Bisam­berg. Um Reservierun­gen wird ersucht: 0664–4136869. Der Ein­tritt ist frei

Biografie von Marie Jahoda

Bildquelle: psy­cholo­gie heute, 1981, 8, Heft 12

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