Jeder Orts-Chef ist jährlich 5 Krügerl wert

Laut einer neuen Studie, die im Auf­trag des Öster­re­ichis­chen Gemein­de­bun­des erstellt wurde, ver­di­enen die Bürg­er­meis­ter in Niederöster­re­ich um bis zu fast 50 Prozent weniger als Geschäfts­führer ver­gle­ich­barer Betriebe. Hel­mut Mödl­ham­mer, Präsi­dent des Öster­re­ichis­chen Gemein­de­bun­des, betont im Gespräch mit dem Wirtschaft­s­presse­di­enst, dass sich das Berufs­bild Bürg­er­meis­ter in den let­zten zehn bis 15 Jahren stark gewan­delt habe und zwar von einem Gemein­derepräsen­tan­ten zu einem Gemein­de­m­an­ager.


“Beson­ders in Gemein­den mit mehr als 5.000 Ein­wohn­ern ist das Bürg­er­meis­ter­amt ein Vol­lzeitjob und mit einem Man­ager eines Unternehmens mit über 50 Mitar­beit­ern dur­chaus ver­gle­ich­bar. So ein Bürg­er­meis­ter hat keine Zeit mehr, neben diesem Amt auch noch einem geregel­ten Beruf nachzuge­hen², betont Mödl­ham­mer. Darin sieht er auch den Grund, dass zwei Drit­tel aller öster­re­ichis­chen Bürg­er­meis­ter ins Amt eher gedrängt wer­den müssten, als dass sie sich darum bewor­ben hät­ten.
In Niederöster­re­ich bekommt ein Bürg­er­meis­ter einer Gemeinde mit 5.000 bis 10.000 Ein­wohn­ern durch­schnit­tlich 62.832 Euro brutto pro Jahr. Der Geschäfts­führer eines Unternehmens mit 50 bis 99 Mitar­beit­ern erhält jedoch durch­schnit­tlich 88.988 Euro. Das sind fast 42 Prozent mehr, bei ähn­lichen Auf­gaben sowie ähn­lichen Risiken und Haf­tun­gen. Ein inter­es­san­tes Rechen­spiel ergab, dass jedem Ein­wohner der 569 Gemein­den, ausgenom­men die Statu­tarstädte Krems, Waidhofen/Ybbs, Wr. Neustadt und St. Pöl­ten, sein Bürg­er­meis­ter 16,7 Euro jährlich kostet. Laut Mödl­ham­mer sind das etwa fünf Krügel Bier.
Beson­ders drama­tisch ist es laut der Stu­di­en­ver­ant­wortlichen Karin Gastinger von PwC Öster­re­ich um die soziale Absicherung, vor allem der Bürg­er­meis­terin­nen, bestellt: “Zwar hat das neue Bürg­er­meis­ter-Paket Verbesserun­gen bei einer Teilpen­sion und bei der Arbeit­slosen­ver­sicherung gebracht. Aber Bürg­er­meis­terin­nen haben noch immer keinen Anspruch auf Mut­ter­schutz und Karenz. Und das im 21. Jahrhundert!² (hm)
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