Gib mir einen Ball und ich renne ohne Ende”

Die Tochter überzeugte die Mama von der Attrak­tiv­ität des Frauen­fußballs.

Sportlichkeit wurde ihr in die Wiege gelegt. Ulli Schaupp (23) wuchs in Kot­ting­brunn mit vier Brüdern und als Kind von zwei leich­tath­letisch bis heute aktiv­en Eltern auf. Mit dem Fußball kam sie über ihre Brüder schon früh in Kon­takt. Heute träumt sie davon, für die öster­re­ichis­che Frauen-National­mannschaft ent­deckt zu wer­den.

Deine Mama Eva war ja anfangs von dein­er Fußball-Lei­den­schaft nicht so begeis­tert…

Ulli Schaupp: Das war noch die Zeit, da herrschte die Mei­n­ung, dass Fußball nur ein Män­ner­sport sei. Ein bißchen gibt es das heute noch, aber es ändert sich. Meine Mama dachte, ich bekomme vom Fußball­spie­len O-Beine und hat mich zur Leich­tath­letik gedrängt.

Da warst du ja auch recht erfol­gre­ich…

Ulli Schaupp: Ja, ich war sog­ar ein­mal Staatsmeis­terin im Diskuswer­fen. Den­noch habe ich meine Fußball-Lei­den­schaft nie vergessen.

Und dann ergab es sich, dass aus­gerech­net deine Mama Mit­grün­derin der Damen­mannschaft beim ASK Kot­ting­brunn wurde und sog­ar selb­st mit-kick­te.

Ulli Schaupp: Das war vor ca. 13 Jahren. Ent­standen ist das Ganze aus ein­er Jux-Par­tie der Her­ren­mannschaft gegen eine Dame­nauswahl. Die Her­ren spiel­ten mit Gum­mistiefeln. Das war natür­lich alles just for fun. Aber es war auch die Ini­tialzün­dung, dass sich rund­herum Frauen als Fußbal­lerin­nen betäti­gen woll­ten. Wir haben dann eine Hob­bymeis­ter­schaft gespielt und es ging immer weit­er. Heute gibt es schon vier Frauen-Ligen.

Fußbal­lerisch willst du ja hoch hin­aus. Du wech­selst jet­zt von den Kot­ting­brun­ner Damen zu den Alten­mark­terin­nen, die ja bere­its in der 2. Bun­desli­ga spie­len.

Ulli: Ich habe auch früher schon in Alten­markt gespielt, die hat­ten immer die bessere Mannschaft. Im let­zten Jahr habe ich aber in Kot­ting­brunn gespielt, das passte mir bess­er mit mein­er Aus­bil­dung in der Polizeis­chule zusam­men. Wir sind auch Meis­ter gewor­den.

Du die Torschützenköni­gin?

Ulli: Nein, ich war nie so torgeil. Meine Stärken sind, dass ich Mit­spielerin­nen motivieren kann, meine Schnel­ligkeit und meine Freistöße. Ich lege lieber schön auf, damit eine andere ein Tor schießen kann.

Die Frauen­fußball-Welt­meis­ter­schaft im Juli wurde heuer erst­mals mit allen Spie­len im TV über­tra­gen. Ändert sich etwas in der Ein­stel­lung zu kick­enden Frauen?

Ulli: Ich denke schon. Als Schul­sport hat es immer mehr Bedeu­tung. Auch in der Polizeis­chule haben wir eine eigene Frauen­fußball­mannschaft – und dabei ist die Polizei ja doch noch eine rechte Män­ner­domäne. Bei der WM hat man gese­hen, dass Fußbal­lerin­nen beileibe keine Man­nweiber sind, wie immer behauptet wurde. Und auch, dass sie tech­nisch und kon­di­tionell sehr stark sind. Es gibt jet­zt auch schöne Dressen und eigene Schuhe für die Frauen. Da tut sich viel.

Du hast ja selb­st in ein­er sehr fem­i­ni­nen Pose für einen Fußbal­lerin­nen-Kalen­der posiert. Gefällt dir so was?

Ulli: Ja, das macht Spaß. Es zeigt ein­fach eine andere Seite von mir, und das sollen die Leute auch sehen. Beim Sport sel­ber ist mir per­sön­lich die Klei­dung, die Frisur oder ob ich geschminkt bin oder nicht, über­haupt nicht wichtig. Anderen wieder schon. Jede wie sie will, sage ich.

Was erwartest du dir für die kom­mende Sai­son?

Ulli: Dass wir den Auf­stieg in die 1. Bun­desli­ga schaf­fen und dass ich dann auch für die National­mannschaft in Betra­cht komme. Vor volleren Sta­dion­rän­gen zu spie­len, motiviert natür­lich unge­mein.

Wie hart trainierst du für dein Ziel?

Ulli: Schon ein paar Mal die Woche. Train­ing ist eine sehr emo­tionale Angele­gen­heit. Nicht umson­st ist mein ehe­ma­liger Train­er Thomas jet­zt auch mein Fre­und.

Gibt es Übun­gen, die du abso­lut has­st?

Ulli: Was ich ein­fach nicht kann, sind Klim­mzüge. Aber ich has­se sinnlos­es Vor-mich-hin-Laufen. Aber gib mir nur einen Ball, und ich laufe 10 Kilo­me­ter ohne nachzu­denken. Ich brauche das Spielerische.

Viel Erfolg und danke fürs Gespräch!

So kraftvoll kickt Ulli Schaupp und so fem­i­nin posierte sie für einen Fußbal­lerin­nen-Kalen­der

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