Alles Schwache liegt mir am Herzen!”

Maria Ret­ten­bach­er, Obfrau des Vere­ines NO Prob­lem, küm­mert sich seit einem Jahr als Ombuds­frau für Behin­derte in der Stadt Baden um die Anliegen von Men­schen mit “beson­deren Bedürfnis­sen”. Zwis­chen­bi­lanz ein­er Frau mit Herz.

Seit einem Jahr ist Maria Ret­ten­bach­er (67) Ombuds­frau für Behin­derte in der Stadt Baden. Ihr ist „alles Schwache immer am Herzen gele­gen”. Die ehe­ma­lige Sem­per­it-Beschäftigte hat­te schon in jun­gen Jahren Ver­ständ­nis für die Prob­leme auch des „kle­in­sten Portiers“ und set­zte sich gerne für andere ein. 2003 war sie Grün­dungsmit­glied des Vere­ins No Prob­lem, der sich um die Anliegen behin­dert­er Men­schen küm­mert. Diesem Vere­in ste­ht Maria Ret­ten­bach­er nach wie vor als Obfrau vor.

Und wie war das dann, bald nach den Gemein­der­atswahlen 2010, als der neue Bürg­er­meis­ter Kurt Stas­ka an sie her­antrat, um sie zu fra­gen, ob sie die offizielle Funk­tion ein­er Ombuds­frau für Behin­derte haben wolle? “Ich habe mir drei Wochen Bedenkzeit genom­men. In dieser Zeit habe ich hin und her über­legt, ob ich die Fähigkeit habe, in mich gesteck­te Hoff­nun­gen zu erfüllen, ob ich die Kraft habe, es zu schaf­fen und ob ich bere­it bin.”

Aber dann sagte sie Ja. Denn, wie gesagt, alles Schwache lag ihr schon immer am Herzen. Und sie will die Zufrieden­heit, die sie in ihrem Leben ver­spürt, weit­ergeben. Und sie ver­traute auch darauf, dass ihr Glaube ihr den nöti­gen Halt geben kön­nte.

Wie sind nun ihre Erfahrun­gen in ihrem ersten Jahr als Behin­derten-Ombuds­frau? „Ich hätte mir wirk­lich nicht gedacht, dass ich so fre­quen­tiert sein würde. Es verge­ht kein Tag, wo nicht mein Handy klin­gelt. Am häu­fig­sten bekla­gen sich behin­derte Men­schen über räum­liche Bar­ri­eren in ihren Woh­nun­gen oder im öffentlichen Raum. Dazu kommt auch das Bedürf­nis, sich ein­fach mal ausre­den zu wollen.“

Und soeben klin­gelt wieder ihr Tele­fon. Am anderen Ende ein Fam­i­lien­vater, der nach einem Unfall quer­schnittgelähmt und in finanziellen Nöten ist. Er will seinen Kindern trotz­dem den Besuch des Strand­bades ermöglichen. Maria Ret­ten­bach­er ruft sofort Bürg­er­meis­ter Kurt Stas­ka an und regelt alles. „Auch das ist eine Erfahrung meines ersten Jahres als Ombuds­frau: Der Bürg­er­meis­ter hat noch kein Anliegen, das ich nach vorheriger Prü­fung an ihn herange­tra­gen habe, zurück­gewiesen.“

Seit ger­aumer Zeit gibt es übri­gens für Men­schen mit Behin­derung in Baden auch die Möglichkeit, sportlich aktiv zu sein. Gün­ther und Elis­a­beth Grill gestal­ten entsprechende Ange­bote. Maria Ret­ten­bach­er weiß, welche Glücks­ge­füh­le ein wenig Sport erzeu­gen kann. Sie erin­nert sich an den ersten Langlau­faus­flug mit ihrem zumeist auf den Roll­stuhl angewiese­nen Mann. “Dann hat er doch mit mein­er Hil­fe einen kleinen Weg auf den Langlauf­schiern geschafft, und Sie glauben nicht, wie glück­lich er war.”

Diese Glücksmo­mente will Maria Ret­ten­bach­er in möglichst vie­len Men­schen her­vorza­ubern. Und das kann sie. Ihre Kon­tak­t­dat­en: Tel. 069912128333 oder ombudsfrau@baden.gv.at

 

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