100 Jahre Hundeschule in Baden

100 Jahre Hun­deaus­bil­dung in Baden: Der Obmann des ÖRV, Ing. Artur Schmidt, mit sein­er Frau Ilse und dem speziell geschul­ten Ther­a­piehund Smi­ley, der zum Beispiel in Alter­sheimen zum Ein­satz kom­men kann.

Wenn ein Dack­el beißt, ist er deswe­gen auch noch kein Kampfhund“, sagt Ing. Artur Schmidt, der Obmann des Öster­re­ichis­chen Rasse­hun­de­v­ere­ins (ÖRV) Baden. Seit 1911 bemüht sich der Vere­in, der auf eine abwech­slungsre­iche Geschichte zurück­blickt, um ein besseres Miteinan­der von Hund und Men­sch.

Wir trainieren im Rah­men unser­er Hun­de­schulen nicht die Hunde allein, son­dern auch die Men­schen! Bei­de müssen ein Team sein“, sagt Schmidt. Begonnen hat der Vere­in als Öster­re­ichisch-Ungarisch­er Polizei­hund-Vere­in, es fol­gten mehrere Umbe­nen­nun­gen. Und seit 1975 gibt es den Vere­in nun als Orts­gruppe Baden des Öster­re­ichis­chen Rasse­hun­de­v­ere­ins (ÖRV).

Als ich vor 25 Jahren die Obmann-Funk­tion über­nom­men habe, waren wir der einzige Vere­in ring­sum. Mit­tler­weile gibt es fast in jed­er Gemeinde Hun­de­v­ere­ine,“ erläutert Schmidt die explo­sion­sar­tige Entwick­lung der Hun­de­hal­tung und damit auch der Hun­de­schulen.

Psy­cholo­gie spielt in der Hunde-Aus­bil­dung keine unwesentliche Rolle. Nicht zulet­zt geht es auch darum, für jeden Men­schen den geeigneten Hund zu find­en. Und: In den let­zten 100 Jahren hat sich das Kon­di­tion­ierungs-Train­ing, das auf dem Pawlowschen Reflex beruht, durchge­set­zt. (Der rus­sis­che Arzt Pawlow hat­te her­aus­ge­fun­den, dass die Spe­ichelsekre­tion eines Hun­des nicht erst mit dem Fressvor­gang begin­nt, son­dern bere­its beim Anblick der Nahrung. Auch ein ander­er Reiz, zum Beispiel ein Klin­gel­ton, kann diese Sekre­tion von Spe­ichel aus­lösen. Pawlow beze­ich­nete dies als kon­di­tion­ierten Reflex, Anm.)

In vielfältiger Weise kommt das Train­ing beim ÖRV Baden zur Anwen­dung: Unterord­nung, Begleitung, Agili­ty, Viel­seit­igkeit, Hun­de­sport etc. „Je früher man mit der Hun­de­schule begin­nt, desto bess­er,“ sagt Schmidt. Heuer haben hier bere­its 400 Hunde(führer) ihre Schule mit Prü­fun­gen abgeschlossen.

Beim Fes­takt am 6. Novem­ber wurde demon­stri­ert, was Hunde ler­nen kön­nen – und wie sich die Men­schen ver­hal­ten müssen. Dieses gute Miteinan­der ist auch deshalb wichtig, weil es im All­t­ag immer wieder Kon­flik­te zwis­chen Hund und Men­sch gibt – etwa bei freilaufend­en Hun­den im Wald. Die Aus­bil­dung zum Wach­hund bleibt allerd­ings Bun­desheer und Exeku­tive vor­be­hal­ten.

Seit dem Vor­jahr ist für die Hal­tung bes­timmter, gern als „Kampfhunde“ beze­ich­neter Tiere, der Sachkun­de­nach­weis notwendig. „Kampfhunde sage ich nicht,“ betont Schmidt. Denn: „Unter den aufge­lis­teten Tieren befind­en sich auch „Ban­dogs“, also Ket­ten­hunde, und das ist nicht ein­mal eine Rasse! Jed­er Schäfer, der an der Kette liegt, wäre ja ein Ket­ten­hund.“ Auch die Panikmache vor Hun­den wie Rot­tweil­ern oder Bit­tbull-Ter­ri­ern hält Schmidt für über­zo­gen. „Die Hun­de­biss-Sta­tis­tiken sagen nichts über die prinzip­ielle Gefährlichkeit von bes­timmten Hun­derassen aus,“ ist der Obmann, selb­st Besitzer von zwei Aus­tralian Shep­erds, überzeugt.

Und siehe da: Bei der spek­takulären Beute-Beiß-Vor­führung eines Rot­tweil­ers wurde demon­stri­ert, wie beherrschbar auch dieser Hund ist. Obwohl während der Übung dur­chaus „erregt“, ließ sich der Hund nach Abschluss von den Beobachtern gerne stre­icheln. Auch von mir…

www.hunde-ausbildung.at

Bezirk­shaupt­mann Dr. Heinz Zim­per über die aktuelle Hun­de­beiß-Sta­tis­tik im Bezirk Baden:

2010 wur­den auf der BH Baden 35 Hun­de­bisse gemeldet. Heuer waren es bish­er 23. Ich sehe, dass das neue Gesetz also langsam wirkt. Freilich haben Hunde auch eine gewisse Lebens­dauer, und so gibt es natür­lich immer noch diese „schw­eren Hunde“ in den Haushal­ten. Es beste­ht aber ein klar­er Trend der Hun­de­hal­ter, sich keinen so genan­nten „Kampfhund“ mehr zuzule­gen – ein­mal um die nun vorgeschriebe­nen Prü­fun­gen zu umge­hen, zum anderen aus Rück­sicht­nahme auf die Nach­barn.“

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