Krebskrank in der Schimmel-Wohnung

Brigitte Pirhan­zl (47) sitzt hus­tend und in eine dicke Weste gehüllt auf ein­er Eck-Couch. Die ist nor­maler­weise auch ihr Schlaf­bett. Aber für den Besuch der Zeitung in ihrer Woh­nung hat sie sozusagen „aufgeräumt“.

Brigitte Pirhan­zl hat vor vier Monat­en die Diag­nose Lun­genkrebs bekom­men. Zur Zeit wird sie mit Chemother­a­pie behan­delt. An Asth­ma hat sie immer schon gelit­ten. Auf einem Küchenkas­tel stapeln sich die Medika­menten­schachteln. Brigitte Pirhan­zl ist arbeit­s­los und schw­er krank. Und das Schlimm­ste: Ihre Sub­stan­dard-Einz­im­mer­woh­nung ist vom Schim­mel befall­en. „Die Ärzte haben gesagt, in so ein­er Woh­nung kann ich nicht gesund wer­den!“ erzählt sie mir. Ihr Sohn Peter (25) bemüht sich seit die Diag­nose bekan­nt ist um eine Verbesserung der Wohn­si­t­u­a­tion sein­er Mut­ter.

Er erzählt: „Ich habe bei der Hausver­wal­tung angerufen, aber ich werde immer im Kreis geschickt. Es ist schließlich Sache des Eigen­tümers, eine von Schim­mel befal­l­ene Miet­woh­nung zu sanieren. Und wir waren auch schon auf der Gemeinde, haben die Sit­u­a­tion geschildert und um eine gesün­dere Woh­nung gefragt – aber vom Bürg­er­meis­ter beka­men wir vor­erst nur ein Lei­der nicht. Er zeigte uns nur die lange Liste von Leuten, die auf eine Gemein­de­woh­nung warten.“

Die schw­erkranke Frau bekommt monatlich 500 Euro vom AMS. Die Woh­nung kostet samt Betrieb­skosten 146 Euro. Aber dann muss ja auch noch geheizt wer­den. „Seit das Haus im Jahr 2000 total ren­oviert wurde, ist es in der Woh­nung zugig und kalt, ich heize bei den Fen­stern hin­aus –auch der Schim­mel ist erst nach der Ren­ovierung aufge­treten,“ erzählt Brigitte Pirhan­zl mit Trä­nen in den Augen. „Das Öl für meinen Ofen kostet noch zusät­zlich 100 Euro im Monat, und trotz­dem ist mir meis­tens so kalt, dass ich nur im Bett liege.“

Bürg­er­meis­ter Hans Trink (SP) ver­spricht, zu tun was er kann. Er will mit einem Bau-Sachver­ständi­gen und dem Gemein­dearzt die Woh­nung begutacht­en und bei der Hausver­wal­tung auf eine Ren­ovierung von Brigitte Pirhan­zls Woh­nung zu drän­gen, falls tat­säch­lich eine Gefährdung der Kranken vor­liegt. „Eine Gemein­de­woh­nung habe ich lei­der nicht frei“, sagt Trink.

Dieser Artikel erschien auch in den Bezirks­blät­tern

Ein Gedanke zu „Krebskrank in der Schimmel-Wohnung

  1. Ich möchte mich bei Frau Stock­mann von ganzem Herzen viel­mals bedanken. Dank ihrer und der Hil­fe von Her­rn Trink (Bürg­er­meis­ter aus Tees­dorf) wurde die Woh­nung Ren­oviert! Meine Mut­ter hat­te mit der “neuen” Woh­nung so eine riesen Freude und diese Freude in ihren Augen werd ich mein ganzes Leben nicht vergessen. Trau­riger­weise kon­nte sich meine Mut­ter nur 5 Monate darüber freuen denn am 22.11.2012 hat sie den Kampf gegen den Tumor ver­loren!

    Hochachtungsvoll

    Pirhan­zl Peter

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