Joachim Künzel ist tot

Joachim Künzel war zulet­zt von sein­er Krankheit schon geze­ich­net, aber immer noch voll Opti­mis­mus und Engage­ment.

Ein Mann, ohne den eines der wichtig­sten kul­turellen Zen­tren im Bezirk und weit darüber hin­aus undenkbar wäre, ist allzu früh ver­stor­ben: Joachim Künzel starb am 18. Feb­ru­ar nach langer schw­er­er Krankheit im 57. Leben­s­jahr. Bis zulet­zt hat ihn seine Liebe zur Kul­tur aufrecht gehal­ten und — neben sein­er Fam­i­lie, die ihn immer bei der Arbeit unter­stützte — seinem Leben einen tiefen Sinn gegeben.

Viele Kot­ting­brun­ner­In­nen erin­nern sich an die Anfänge der Kul­turszene, als die zusam­mengewür­felte Truppe der Kul­turszene-Mit­glieder mit eigen­er Hände Kraft der alte fast ver­fal­l­ene Markowet­z­trakt im hin­teren Teil des Wasser­schloss­es als Spiel­stätte restau­ri­erten. Wieviel Schutt wurde weg­geräumt, wieviel Moder­nität in die Neben­räume hineinge­bracht. So ent­stand eine bis heute beliebte Spiel­stätte für kleine Grup­pen, für Lesun­gen und kleine Ver­samm­lun­gen. Das beson­dere Flair im Markowet­z­trakt ist wei­thin einzi­gar­tig.

Der Zus­pruch zu den Ver­anstal­tungsange­boten der Kul­turszene wuchs enorm. So wur­den auch die ehe­ma­li­gen Stal­lun­gen des Schloss­es neben dem Markowet­z­trakt bespiel­bar gemacht — stieß jedoch an logis­tis­che Gren­zen.

Dann kam die Zeit der Ver­hand­lun­gen mit Land und Gemeinde um einen­Neubau. Man erin­nert sich an die Zeit des Sep­tem­ber-The­aters: Die erste Auf­führung von “Das Glück im Bech­er” fand noch im Fest­saal des Schloss­es statt. Heute ist dieser Fix­punkt im Ver­anstal­tungskalen­der der Kul­turszene Kot­ting­brunn in der Kul­tur­w­erk­statt ange­siedelt, einem mod­er­nen Ver­anstal­tungszen­trum, das an die 200 Besuch­er fasst und alle Stück­erl spielt. Fast vergessen ist schon, dass diese Kul­tur­w­erk­statt die ehe­ma­li­gen Stal­lun­gen des Wasser­schloss­es waren, in denen auch noch — vor dem Neubau — The­ater gespielt wurde.

Das alles und noch viel mehr ist Joachim Künzel zu ver­danken: Er war von Anfang an der Motor dieser Ein­rich­tung. Er sprudelt über vor Engage­ment und Ideen, engagierte Kün­stler, führte Ver­hand­lun­gen, stritt um jeden — damals noch — Schilling, heute Cent. Heute gibt es keine Woche, ja, oft nicht ein­mal einen Tag ohne Ver­anstal­tung in der Kul­turszene Kot­tin­grunn.

Am 2. März (14.30 Uhr bei der Auf­bahrung­shalle) wird Joachim Künzel am Kot­ting­brun­ner Fried­hof zu Grabe getra­gen. Sein let­zter Weg wird von all jenen begleit­et sein, die einen Ide­al­is­ten ver­loren haben, wie es ihn heute kaum mehr gibt. Es wer­den viele sein, die um ihn trauern — und nicht nur heute. Seine Fam­i­lie bit­tet, von Beilei­ds­bekun­dun­gen während der Trauer­feier Abstand zu nehmen.

 

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