Frauen beim Heer? Das war schon mal…

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Aus­bil­dung am Horch­ge­rät in der Bade­ner Mar­ti­nek­ka­ser­ne, Jän­ner 1945

Frau­en beim Heer? Alles schon mal dage­we­sen… Ida Ohr aus Möl­lers­dorf sand­te uns his­to­ri­sche Fotos aus dem Jahr 1944.

Die Erin­ne­run­gen von Ida Ohr wur­den durch einen Bericht in der BADENER RUNDSCHAU vom 20. April über die 50-Jahr-Fei­er der Mar­ti­nek-Kaser­ne wie­der­be­lebt. Die Möl­lers­dor­fe­rin wur­de 1944 als Mäd­chen zum Wehr­dienst ein­ge­zo­gen. „Das letz­te Auf­ge­bot soll­ten wir wohl sein“, sagt die Frau heu­te. Ihre Aus­bil­dung absol­vier­te sie in der Mar­ti­nek­ka­ser­ne in Baden. „Flak­waf­fen­hel­fe­rin­nen“ nann­te man die Sol­da­tin­nen damals.

Die Flak­waf­fen­hel­fe­rin­nen
Etwa 1000 jun­ge Frau­en muss­ten ein­rü­cken. Ida Ohr, heu­te 82, war die Jüngs­te. „Im Hele­nen­tal hat man uns das Schie­ßen bei­gebracht, es war glaub ich eine 08-Pis­to­le, man hat wohl geglaubt, man kön­ne mit uns noch den Krieg gewin­nen“ erin­nert sich Ida Ohr an die­se „fürch­ter­li­che Zeit, aber wir haben ja nix ande­res gekannt“.

Kriegs­en­de in Polen
In den letz­ten Kriegs­ta­gen war Ida Ohr an der Front in Polen. Rich­ti­ge Gefech­te hat sie aber nicht mehr mit­er­lebt, nur den Beschuss durch rus­si­sche Tief­flie­ger, die letzt­lich das Kriegs­en­de bedeuteten.
„Ich erin­ne­re mich noch, wie ich im heu­ti­gen Tsche­chi­en mit Stahl­helm und Gas­mas­ke auf einer Brü­cke stand, mit mei­nem Ruck­sack, ganz allein. Und ich über­leg­te, den Ruck­sack in den Fluss zu schmei­ßen. Aber dann bin ich doch zu der Trup­pe gegangen.“
„Wenn ich heu­te mei­nen Kin­dern und Enkerln aus die­ser Zeit erzäh­le, wol­len sie nicht ver­ste­hen, war­um ich über­haupt ein­ge­rückt bin,“ erzählt Ida Ohr. „Aber so ein­fach war das nicht. Man hat uns mit dem Kriegs­ge­richt gedroht.“
Anlass, ihre Erin­ne­run­gen mit­zu­tei­len, waren für Ida Ohr die im Bericht über die 50-Jahr-Fei­er der Kaser­ne gezeig­ten his­to­ri­schen Uni­for­men aus der Kaiserzeit.
„Ich woll­te dar­an erin­nern, dass es auch den Welt­krieg gege­ben hat!“ sagt die Möllersdorferin.

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