Weihnachten wird immer mehr zum Fest des Abfalls

Ber­ge von Lebens­mit­teln und Ver­pa­ckungs­ma­te­ria­li­en lan­den nach dem Hei­li­gen Abend in der Abfall­ton­ne. Mit den Schat­ten­sei­ten des Weih­nachts­fes­tes beschftigt sich das Inter­view mit dem Abfall­be­ra­ter des Bezir­kes Baden, Man­fred Kowat­schek.

Weih­nach­ten sorgt fr Freu­de und auch fr Abfall. Wie wirkt sich das Geschenk-Fest auf die Abfall­wirt­schaft aus?
Man­fred Kowat­schek: Nach Weih­nach­ten sind die Mll­ton­nen schon vol­ler als sonst. Die­se Tat­sa­che drf­te auch auf das ver­strk­te Ange­bot von Bil­lig­wa­ren zurck­zufhren sein. Je bil­li­ger die Waren, um so mehr wird gekauft und umso mehr Ver­pa­ckun­gen fal­len an. Ver­strkt auch Lebens­mit­tel. Bei Mllana­ly­sen hat sich gezeigt, dass bis zu einem Drit­tel des Restmlls ver­dor­be­ne Lebens­mit­tel sind, vor allem bei den Restmll­ton­nen, die bei Wohn­haus­an­la­gen ste­hen. Dabei wur­den nicht ein­mal die Bio­ton­nen mit unter­sucht.

Knnen Sie den Mehr­an­fall an Abfall in Zah­len fas­sen?
Kowat­schek:
Lei­der nein. Die Sta­tis­tik wird fort­lau­fend gef­hrt und Monat fr Monat aktua­li­siert. Aber ich ken­ne die Men­schen, die den Abfall abho­len und ich war selbst schon bei so man­cher Tour dabei. So kann ich, ohne Zah­len vor­le­gen zu knnen, sagen, dass nie­mals hnlich viel Abfall anfllt als nach Weih­nach­ten und Sil­ves­ter.

Ihren Wor­ten nach zu urtei­len sind es vor allem Lebens­mit­tel und Ver­pa­ckun­gen, die rund um Weih­nach­ten weg­ge­wor­fen wer­den. Wer­den die­se dann fters abge­holt?
Kowat­schek:
An Lebens­mit­teln wer­den schon das gan­ze Jahr ber bei­na­he unbe­greif­li­che Men­gen weg­ge­wor­fen. Nach dem Hei­li­gen Abend sind es eben beson­ders vie­le. An Ver­pa­ckun­gen fal­len vor allem vie­le Kar­ton- und Kunst­stoff­ver­pa­ckun­gen an. Kar­ton kann zu den Sam­mel­zen­tren der Gemein­den gebracht oder in die Alt­pa­pier­ton­nen beim Wohn­haus ein­ge­bracht wer­den. Die Kunst­stoff­ver­pa­ckun­gen wer­den in den gel­ben Scken und gel­ben Ton­nen gesam­melt. Bei­des steht in aus­rei­chen­der Men­ge zur Verfgung. Wird Papier neben den Alt­pa­pier­ton­nen zur Abho­lung bereit gelegt, wird dies auch mit­ge­nom­men.

Sind die­se Ver­pa­ckun­gen not­wen­dig oder gibt es ande­re Mglich­kei­ten, die Ware zum Geschenk zu machen?
Kowat­schek:
Fr Elek­tro- und Elek­tro­nik­ger­te sind geeig­ne­te Ver­pa­ckun­gen zum Schutz der Waren unbe­dingt erfor­der­lich. Die meis­ten die­ser Ger­te mssen ja vor dem Aus­pa­cken eine Rei­se um die hal­be Welt unbe­scha­det ber­ste­hen. Die­se Ver­pa­ckun­gen sind also nicht zu ver­mei­den. Auer man ver­zich­tet auf so man­ches Gert.
Was die Ver­pa­ckung der ver­pack­ten Waren betrifft, gibt es schon eini­ge Abfall spa­ren­de Mglich­kei­ten. Alte Zei­tun­gen eben­so wie selbst genh­te oder gekauf­te Scke eig­nen sich als krea­ti­ves Geschenk­pa­pier.

In Paris wur­den unlngst die Plas­tik-Ein­kaufs­sa­ckerl ver­bo­ten, wre eine der­ar­ti­ge Manah­me auch bei uns denk­bar?
Kowat­schek:
Natrlich wer­den die Plas­tik­sa­ckerl reak­tiv schnell zu Abfall und machen auch einen gro­en Teil der gel­ben Samm­lung aus. Man knn­te sie auch durch Papier- oder Strke­s­cke erset­zen. Die ver­rot­ten nmlich. Trotz­dem sehe ich in einem Ver­bot von Plas­tik­sa­ckerln kei­ne Lsung der stei­gen­den Abfall­men­gen. Eine gene­rel­le, kon­se­quen­te Durch­set­zung eines Pfan­des auf alle Ein­weg­ver­pa­ckun­gen wrde viel mehr hel­fen.

Da das gan­ze Jahr ber gekauft wird, ist es schwer das rich­ti­ge Geschenk fr Weih­nach­ten zu fin­den. Oft sind es dann Zweit- oder Dritt­ger­te. Die Freu­de hlt sich in Gren­zen. Was tun?
Kowat­schek:
Wei­hach­ten wird zuneh­mend zum Fest des Abfalls. Bil­li­ge Waren brin­gen der Wirt­schaft vie­le Kun­den, fr die­se zumeist aber auch min­de­re Qua­litt. Wie zum Bei­spiel Wsche, die nach eini­gen Wasch­gn­gen Form und Far­be ver­liert. Spiel­sa­chen, die kaum aus­ge­packt kaputt gehen. Die Ksten und Kin­der­zim­mer wer­den immer vol­ler und die Men­schen und deren Kin­der immer unzu­frie­de­ner.
Nicht­ma­te­ri­el­le Geschen­ke sind dazu eine Alter­na­ti­ve. Thea­ter. Well­ness. Kul­tur. Es gibt vie­le schne Din­ge, nach deren Nut­zung Freu­de statt Abfall brig blei­ben. Gut­schei­ne fr etwas Zeit ist nicht mehr auer­ge­whn­lich, macht aber bei der Kon­su­ma­ti­on Freu­de.

Was schen­ken Sie heu­er zu Weih­nach­ten?
Kowat­schek:
Ich wer­de mit mei­ner Part­ne­rin einen Tanz­kurs besu­chen. Dazu schen­ke ich ein Thea­ter­abo. Fr die Kin­der gibt es eini­ge gemein­sa­me Tage in den Ber­gen und Klei­nig­kei­ten wie Bcher und Klei­dung.

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