Neues Pflegezentrum für Stadt und Bezirk Baden

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Woh­nen im Park anstatt Woh­nen im Turm : Ent­ge­gen ursprüng­li­chen Plä­nen wird das neue Bade­ner Pfle­ge­zen­trum nun nicht in den ehe­ma­li­gen Spi­tal­stür­men gebaut, son­dern in drei­ge­scho­ßi­gen Häu­sern, umge­benn von viel Grün.

Spi­tal­stür­me als Pfle­ge­tür­me? Die­se umstrit­te­ne Idee ist nun Ver­gan­gen­heit. Lan­des­rä­tin Petra Bohus­lav stell­te am Mon­tag die Plä­ne für das neue Lan­des­pfle­ge­heim in Baden vor: Das „Pfle­ge­zen­trum“ soll dort, wo jetzt die Spi­tals-Tief­ga­ra­ge ist, kom­plett neu gebaut wer­den. 216 Pfle­ge­bet­ten wer­den auf drei­stö­cki­ge Gebäu­de verteilt.

Die gut 20 Jah­re alten Spi­tal­stür­me haben aus­ge­dient. Sie wer­den bis auf die Grund­mau­ern abge­ris­sen. Ihre Erd­ge­scho­ße wer­den als Ver­bin­dung zum neu­en Spi­tal genutzt – für Ver­wal­tung und mul­ti­funk­tio­na­le Räume.

Das neue Lan­des­pfle­ge­heim selbst wird west­lich der Tür­me errich­tet, etwa dort, wo sich heu­te die Spi­tals-Tief­ga­ra­ge befin­det. Die Gara­ge wird aufgelassen.

Die 216 Pfle­ge­bet­ten ver­tei­len sich auf sechs Abtei­lun­gen (zu je 36 Bet­ten) in Form von drei­ge­scho­ßi­gen Bau­kör­pern (pro Geschoß zwei Pfle­ge­ab­tei­lun­gen). „Es soll eine star­ke Ver­an­ke­rung mit dem Boden und der umge­ben­den Park­land­schaft erzielt wer­den,“ erläu­tert Archi­tekt Josef Moser.

Die Pfle­ge­ab­tei­lun­gen sind, ent­spre­chend aller­neu­es­ten Kon­zep­ten, jeweils in drei Pfle­ge­grup­pen zu je 12 Bet­ten unter­teilt. Jede Pfle­ge­grup­pe umfasst sechs Ein­bett­zim­mer, zwei Zwei­bett­zim­mer und ein fle­xi­bles Modul, das als Woh­nung, als Zwei­bett­zim­mer oder als zwei Ein­bett­zim­mer genutzt wer­den kann.

„Mit dem ver­stärk­ten Ange­bot an Ein­bett­zim­mern fol­gen wir neu­es­ten Trends: Lebens­qua­li­tät im Heim auf höchs­tem Niveau,“ sagt Lan­des­rä­tin Petra Bohus­lav. Sie ist über­zeugt, dass das neue Pfle­ge­zen­trum ein „Vor­zei­ge­pro­jekt“ wird. Es beinhal­tet auch 24 Tages­pfle­ge­bet­ten und spe­zi­el­le Ange­bo­te für Demenz-Kran­ke (Demenz­gar­ten). „Im Inne­ren haben wir auf freund­li­che, licht­durch­flu­te­te und indi­vi­du­ell gestalt­ba­re Atmo­sphä­re Wert gelegt,“ ergänzt der Architekt.

Die Kos­ten für den Neu­bau betra­gen vor­aus­sicht­lich 23 Mil­lio­nen Euro – um ca. 6 Mil­lio­nen mehr als ursprüng­lich geplant. „Die Fer­tig­stel­lung ist bis 2012, spä­tes­tens bis 2014 geplant,“ sagt Bohus­lav. Durch die neue Vari­an­te kann das Pfle­ge­heim vor­aus­sicht­lich zwei Jah­re frü­her als geplant bezo­gen wer­den. Es kann näm­lich par­al­lel zum Neu­bau des Spi­tals errich­tet werden.

Das Pfle­ge­heim ist als Zu- und Umbau zum Lan­des­kli­ni­kum Ther­men­re­gi­on Baden kon­zi­piert. Es nutzt die Infra­struk­tur des Spi­tals (z.B. Küche, medi­zin­sche Ver­sor­gung oder psych­ia­tri­sche Angebote).

Der­zeit gibt es in Baden 58 Pfle­ge­bet­ten im Lan­des­pfle­ge­heim und 56 im städ­ti­schen Pfle­ge­heim – ins­ge­samt 114.

Bei­de bestehen­den Hei­me wer­den aber auf­ge­las­sen und in das neue Pfle­ge­zen­trum ver­legt. Dort wird es 216 Pfle­ge­bet­ten geben (davon 24 für Tages­pfle­ge und 46 für Demenz und ande­re psych­ia­tri­sche Erkran­kun­gen des Alters).

Die Bade­ner Oppo­si­ti­on war gegen die ursprüng­li­chen Plä­ne, das Pfle­ge­heim in den sechs­ge­scho­ßi­gen Spi­tal­stür­men zu errich­ten, Sturm gelau­fen. SPÖ, Grü­ne und „wir bade­ner“ füh­len sich durch den neu­en Plan in ihrer Kri­tik bestä­tigt und sind zufrieden.

Ein­zi­ger Kri­tik­punkt: die Infor­ma­ti­ons­po­li­tik der ÖVP.

Hel­ga Kris­mer (Grü­ne): „Trotz des für die Stadt Baden und den Bezirk tol­len Pro­jek­tes ist die Über­heb­lich­keit und Geheim­hal­tungs­po­li­tik der ÖVP demo­kra­tie­po­li­tisch ver­let­zend. Die Oppo­si­ti­on wird spä­tes­tens dann wie­der im Land­tag vor den Vor­hang tre­ten müs­sen, wenn die Kos­ten­über­schrei­tung von 6 Mil­lio­nen Euro beschlos­sen wer­den soll (und wer weiß, ob nicht der Rah­men noch zu knapp sein wird).“

Stadt­rat Jowi Tren­ner (wir bade­ner): „Kein Man­da­tar außer­halb der ÖVP-Frak­ti­on war in Gesprä­che oder Ver­hand­lun­gen ein­ge­bun­den. Und das bei einem der­art wich­ti­gen Vor­ha­ben im Sozialbereich.“

Zur Pres­se­kon­fe­renz am Mon­tag (24. Sep­tem­ber) haben sich drei oppo­si­tio­nel­le Man­da­ta­rIn­nen (Tren­ner, Kris­mer, Pern­egg) selbst ein­ge­la­den. Aber auch ihre Fra­gen wur­den von Archi­tekt Moser, Lan­des­rä­tin Bohus­lav und Bür­ger­meis­te­rin Ade­n­sa­mer beantwortet.

Rela­tiv offen ist der­zeit die Ent­wick­lung im Bereich des Betreu­ten Woh­nens – also einer Zwi­schen­stu­fe zwi­schen „selb­stän­di­gem Leben zuhau­se“ und „Pfle­ge­heim“. Mit der Auf­lö­sung des Lan­des­pfle­ge­hei­mes in der Wie­ner Stra­ße wer­den die dort bestehen­den 85 Wohn­bet­ten „gestri­chen“. Im neu­en Pfle­ge­zen­trum sind kei­ne Wohn­bet­ten vorgesehen.

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