Einen Jux will er sich machen

Johann Nes­troy im Wie­ner Volks­thea­ter: Am 9. Novem­ber hat „Einen Jux will er sich machen“ Premiere.

Gewürz­krä­mer Zang­ler hat gro­ße Sor­gen: Sein Mün­del Marie will sich den Umgang mit dem keck auf­tre­ten­den aber völ­lig mit­tel­lo­sen Jüng­ling August Son­ders ein­fach nicht ver­bie­ten las­sen. Zu ihrem Schutz will er Marie des­halb zu sei­ner Schwä­ge­rin in die Stadt schi­cken. Zang­ler hat aber auch gro­ße Plä­ne: Er selbst will für drei Tage ver­rei­sen und sich anschlie­ßend verheiraten. 

Mit dem Hoch­zeits­tag sol­len der Kom­mis Wein­berl sein Teil­ha­ber, und der Lehr­bub Chris­toph Kom­mis werden.Weinberl nutzt jedoch Zang­lers Abwe­sen­heit, um ein­mal in sei­nem Leben rich­ti­ges Aben­teu­er erle­ben. Zusam­men mit Chris­toph will er sich „einen Jux machen“ und fährt – anstatt den Kramer­la­den zu bewa­chen – mit ihm nach Wien. In der Haupt­stadt ange­kom­men, lau­fen die bei­den Aben­teu­rer bei­na­he ihrem Dienst­herrn in die Arme; um dem unver­hoff­ten Wie­der­se­hen zu ent­ge­hen, flüch­ten sie aus­ge­rech­net in den Mode­sa­lon der Madame Knorr – die ist näm­lich, was sie nicht wis­sen, Zang­lers Her­zens­da­me; dort hat Wein­berl „a ver­ruck­te Idee“ und gibt sich unver­fro­ren als Ehe­mann einer gewis­sen Wit­we von Fischer aus. Besag­te Dame erscheint jedoch tat­säch­lich und lässt sich, nach­dem sie ihre ers­te Ver­blüf­fung über­wun­den hat, zum Schein auf das Spiel ein. In der Zwi­schen­zeit sind auch August und Marie nach Wien durch­ge­brannt, wild ent­schlos­sen, die Plä­ne des Vor­munds zu durchkreuzen… 

Und damit ist die Aus­gangs­si­tua­ti­on geschaf­fen für einen Wir­bel des Sich-unver­mu­tet-Begeg­nens, des Sich-vor­ein­an­der-Ver­ste­ckens, der Ver­klei­dun­gen, Ver­wechs­lun­gen, der Cha­ra­den und Ver­wick­lun­gen. Die 1842 ent­stan­de­ne Pos­se besticht durch bril­lan­ten Sprach­witz, tur­bu­len­te Situa­ti­ons­ko­mik und eine Fül­le von plas­tisch und wit­zig gezeich­ne­ten Cha­rak­te­ren. Für den Jux griff Nes­troy übri­gens erst­mals auf eine eng­li­sche Vor­la­ge zurück – John Oxen­fords A Day Well Spent, die spä­ter auch Thorn­ton Wil­der als Anre­gung für Die Hei­rats­ver­mitt­le­rin dien­te und Jer­ry Herr­man zu dem Musi­cal-Welt­erfolg Hel­lo Dol­ly! inspirierte. 


Regie: Micha­el Schot­ten­berg Büh­ne: Hans Kud­lich Kos­tü­me: Eri­ka Navas Musik: Mischa Krausz

Mit Inge Alten­bur­ger, Lui­sa Katha­ri­na Davids, Annet­te Isa­bel­la Holz­mann, Johan­na Mer­tinz, Gabrie­le Schuch­ter, Katha­ri­na Stra­ßer, Katha­ri­na Vöt­ter; Tho­mas Bau­er, Wolf Däh­ne, Erwin Eben­bau­er, Andy Hall­wa­xx, Tho­mas Kam­per, Chris­toph F. Krutz­ler, Peter Vil­nai, Andre­as Vita­sek, Gün­ther Wiederschwinger

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