Leobersdorf: Gemeinde-Huser privatisiert

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Ist jetzt auch im Besitz der Leobers­dor­fer Kom­mu­nal Immo­bi­li­en Gmbh (Leo-KIG): Die belieb­te Well­ness-Oase

Wie vie­le ande­re Gemein­den hat nun auch Leobers­dorf eine eige­ne Immo­bi­li­en-Ges­mbh. In die­se Gesell­schaft wer­den gemein­de­ei­ge­ne Gebu­de aus­ge­glie­dert. Am Diens­tag gab es des­halb eine hef­ti­ge Debat­te. Nicht alle Gemein­der­te fan­den die­se Pri­va­ti­sie­rung gut.

Als Schritt zur Pri­va­ti­sie­rung bezeich­ne­te SP-Gemein­de­rat Ger­hard Tscha­kert die Grn­dung der Leobers­dor­fer Kom­mu­nal Immo­bi­li­en Gmbh (Leo-KIG). In die­se Gesell­schaft wur­den wich­ti­ge Gebu­de aus dem Gemein­de­be­sitz bertra­gen – unter ande­ren die Kin­der­grten, das Frei­bad und die Well­ness-Oase, der Bau­hof und Fir­men-Area­le (Jol­ly, Wolf). Nicht bertra­gen wer­den die Gemein­de­woh­nun­gen.

9 Mil­lio­nen frs Bud­get

Durch die­se Aus­glie­de­rung wird das Leobers­dor­fer Bud­get um 9 Mil­lio­nen Euro auf­ge­fet­tet. Hin­ter­grund die­ser Trans­ak­ti­on: steu­er­li­che Vor­tei­le, die vor allem bei Bau­pro­jek­ten zum Tra­gen kom­men. Leo-KIG steht zu 90 Pro­zent im Eigen­tum der Gemein­de, mit einer 10 Pro­zent-Betei­li­gung der Hypo-Bank. Geschftsfh­rer wird Gemein­de­se­kretr Andre­as Mor­gen­besser, Pro­ku­rist der Buch­hal­ter der Gemein­de, Alfred Weis­senbck. Die Ver­tre­tung nach auen obliegt Vize­brger­meis­ter Andre­as Ram­har­ter. Alle Her­ren bekom­men einen Hypo-Ver­tre­ter zur Sei­te. Die Haf­tung ber­nimmt die Gemein­de.

War­um kann man nun von einem Schritt zur Pri­va­ti­sie­rung spre­chen?

Leo-KIG kann zuknf­tig ihre Immo­bi­li­en nach Gutdnken an- und ver­kau­fen. Der Gemein­de­rat (und damit die ffent­lich­keit bzw. die Poli­tik) wird damit nicht mehr befasst.

Grne: Kon­troll-Ver­lust

Das ist es auch, was die Grnen strt. Grn-Gemein­de­rat Erd­al Kalay­ci kri­ti­siert: Leo-KIG arbei­tet mit ffent­li­chen Gel­dern, ent­zieht sie aber gleich­zei­tig der ffent­li­chen Kon­trol­le.

Wir haben abso­lut nichts zu ver­heim­li­chen, ent­geg­net Vize­brger­meis­ter Ram­har­ter (Lis­te Zukunft). Wir haben groe Vor­tei­le, aber dafr mssen wir eben ein paar Schwchen in Kauf neh­men. Dazu gehrt, dass der Gemein­de­rat nicht mehr mit­re­den kann. Aller­dings soll- auf Vor­schlag von Erd­al Kalay­ci – der Prfungs­aus­schuss Leo-KIG vier­mal im Jahr kon­trol­lie­ren.

(Der Prfungs­aus­schuss wird bri­gens von Anton Rau­scher, einem von zwei VP-Man­da­ta­ren, gelei­tet. Der zwei­te VP-Gemein­de­rat, Nor­bert Zla­bin­ger, sitzt auf einem Geschftsfh­rer-Man­dat der Lis­te Zukunft Die Grnen – sie haben wie die VP eben­falls zwei Sit­ze im Gemein­de­rat – sind im Prfungs­aus­schuss nicht ver­tre­ten. Anm)

Ram­har­ter: Steu­er-Vor­tei­le

Die Vor­tei­le sieht Andre­as Ram­har­ter ers­tens in einer ein­ma­li­gen Auf­fet­tung des Bud­get in der Hhe von 9 Mil­lio­nen Euro. Zwei­tens soll Leo-KIG pro Jahr 200.000 bis 300.000 Euro Ertrag in die Gemein­de­kas­se brin­gen.

SP-Gemein­de­rat Her­bert Bader schlug vor, dass ein Teil des Jah­res-Ertra­ges sozi­al Bedrf­ti­gen zugu­te kom­men soll. Brger­meis­ter Anton Bosch ver­sprach, dar­ber nach­den­ken zu wol­len. Dar­ber hin­aus wrde das Geld immer den Brge­rIn­nen zugu­te kom­men. Wir arbei­ten fr die Bevlke­rung, sag­te Bosch.

Drei Gegen­stim­men

VP-Chef Nor­bert Zla­bin­ger sprach von einer guten Sache.

Die Zustim­mung zur Gesell­schafts-Grn­dung ver­wei­ger­ten Erd­al Kalay­ci und Mar­kus Gru­ber von den Grnen und SP-Gemein­de­rat Ger­hard Tscha­kert.

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