Nagelprobe

Wie in der Gesell­schaft „drau­ßen“ sind Frau­en auch inner­halb ihrer Reli­gio­nen einer Ungleich­be­hand­lung unter­wor­fen. „Drin­nen“ wie „drau­ßen“ müs­sen sie selbst um ihre Rech­te kämp­fen. Und wie sie das tun, da gibt es vie­le ver­schie­de­ne Ansät­ze, so vie­le wie es Bibel‑, Tora- oder Koran-Inter­pre­ta­tio­nen gibt. So weit das Fazit aus der vor­wö­chi­gen Reli­gi­ons­dis­kus­si­on in Bad Vös­lau.

Das The­ma bewegt. Die Grup­pe „frau­en­viel­falt“ war vom star­ken Publi­kums­an­drang vori­gen Mitt­woch im Vös­lau­er Rat­haus über­rascht. 90 Pro­zent der Gäs­te waren weib­lich, unter ihnen auch mus­li­mi­sche Kopf­tuch­trä­ge­rin­nen, die man ansons­ten bei „hie­si­gen“ öffent­li­chen Ver­an­stal­tun­gen weni­ger sieht.

In der Moschee-Gemein­de Bad Vös­lau kann die­se Ver­an­stal­tung auch als „Auf­tritt der Zivil­ge­sell­schaft“ bewer­tet wer­den. Als sicht­ba­res Zei­chen gegen Dis­kri­mi­nie­rung und Aus­gren­zung. Als sicht­ba­res Zei­chen von Kommunikation.

Die Nagel­pro­be wird aber am 9. März – ganz unsicht­bar – in der Wahl­zel­le statt­fin­den. Ich war­te mit Span­nung auf das Ergeb­nis aus Bad Vös­lau: Wird die FPÖ mit ihrem Moschee-Kon­fron­ta­ti­ons­kurs punk­ten kön­nen? Sie hat­te 1998 16,6 Pro­zent der Stim­men erzielt, 2003 nur noch 4,53. Ihr aktu­el­les Poten­ti­al wird sich am 9. März 2008 wohl zeigen.

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