Integration – was ist das?

 

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Was ist also Inte­gra­ti­on?

Die­se Fra­ge muss man sich durch­aus stel­len, wenn man die ers­ten Vslau­er Inte­gra­ti­ons-Pro­jek­te prsen­tiert bekommt. Sprach­kur­se sind zwar in der Populr-Mei­nung das Um und Auf der Inte­gra­ti­on, aber so ein­fach ist es eben nicht:

Die meis­ten Sprach­wis­sen­schaf­ter tre­ten zum Bei­spiel ent­schie­den dage­gen auf, dass Kin­der mit Migra­ti­ons-Hin­ter­grund so frh wie mglich Deutsch ler­nen sol­len. Erst mss­ten die Grund­kennt­nis­se der Mut­ter­spra­che erwor­ben wer­den, danach knne man eine Fremd­spra­che gut erler­nen. Wer sei­ne Mut­ter­spra­che nicht kann, wird immer sprach­li­che Defi­zi­te haben. Sagen die Sprach­wis­sen­schaf­ter. Sprach­lich bringt also die trkisch-ster­rei­chi­sche Zwer­gerl­grup­pe wenig. Viel­leicht ler­nen sich trki­sche und ster­rei­chi­sche Mut­tis ken­nen. Viel­leicht. Aber auch die­ses Ken­nen­ler­nen wird sprach­lich schwie­rig sein. Es sei denn, Mama lernt Deutsch in einem der neu­en Sprach­kur­se in Bad Vslau.

Natrlich ist Inte­gra­ti­on ein The­ma, das lngst nicht in Bad Vslau allein gelst wer­den kann: Es beinhal­tet Fra­gen der Wohn- und Bil­dungs­chan­cen, der Kar­rie­re-Chan­cen, der pers­n­li­chen Aner­ken­nung, der poli­ti­schen Teil­ha­be und mei­ner Mei­nung nach erst ganz zuletzt auch der Reli­gi­ons­aus­bung.

Was es drin­gend braucht: Inte­gra­ti­ons­be­auf­trag­te in Bund und Land, die den Gemein­den mit Rat und Tat zur Sei­te ste­hen. Und vor allem ein (von oben finan­zier­tes und demo­kra­tisch erar­bei­te­tes) Kon­zept, das varia­bel nach regio­na­len Bedrf­nis­sen umge­setzt wer­den kann.

Zu Migran­tIn­nen zu sagen: Lernts Deutsch und kommts in unse­re Ver­ei­ne ist ein­fach viel zu wenig.

Wenn ber­haupt, knnen nur auf wis­sen­schaft­li­cher Ebe­ne oder viel­leicht noch auf der Ebe­ne der (sel­te­nen) pers­n­li­chen Begegnung/Erfahrung gren­de Vor­ur­tei­le, Abnei­gun­gen und ngs­te in man­chen Kpfen (aller Natio­na­lit­ten) besei­tigt wer­den. Sicher lngst nicht in allen, und schon gar nicht von heu­te auf mor­gen.

Ein paar Sprach­kur­se und eine gemisch­te Zwer­gerl­grup­pe in Bad Vslau anzu­bie­ten wird bei wei­tem nicht rei­chen. Und die Gefahr, dass das Ange­bot gar nicht rich­tig ange­nom­men wird, ist auch sehr hoch. Der­ar­ti­ges wur­de schon in ande­ren Gemein­den erfolg­los ver­sucht. „Schuld“ hat­ten dabei immer die Migran­tIn­nen

Jeden­falls ist aus mei­ner Sicht auch eines klar: Jeg­li­che Finan­zie­rung von Inte­gra­ti­ons­ma­nah­men muss ber den Bund lau­fen und darf nicht den (ohne­hin ange­spann­ten) Gemein­de­kas­sen ange­las­tet wer­den. Die „Inte­gra­ti­ons­ver­trg­lich­keit“ jeg­li­cher knf­ti­ger loka­ler Manah­men mss­te „von oben“ geprft wer­den (hnlich wie die Umwelt­ver­trg­lich­keit diver­ser Pro­jek­te). Dazu braucht es verl­li­che Kri­te­ri­en (und kei­ne Mei­nungs­ma­che): Wie­viel „frem­de“ Bevlke­rung ver­trgt ein Ort? Wie­viel „frem­de“ Kin­der eine Schu­le? Und vie­les mehr.

B ad Vslau ist sicher eine „Inte­gra­ti­ons-Sanie­rungs­ge­mein­de“. FP-Gemein­de­rat Som­mer bezeich­ne­te die geplan­te Moschee als „Des­in­te­gra­ti­ons­mo­schee“. Man kann ihm auch Recht geben. Er sieht die zuknf­ti­ge Gefahr einer wach­sen­den Par­al­lel­ge­sell­schaft. Ande­rer­seits hat sich gera­de am „Moschee-Pro­jekt“ im Bad Vslau der Gegen­wart auch eine neue Aus­ein­an­der­set­zung ent­wi­ckelt ber Fra­gen, die man lan­ge ver­drngt hat, und die dazu gef­hrt haben, dass Vslau Inte­gra­ti­ons-Sanie­rungs­ge­mein­de wur­de. Tat­schlich han­delt es sich um gesell­schafts­po­li­ti­sche Fra­gen der Gegen­wart und der Zukunft.

Inter­views zum The­ma:

Erd­al Kalay­ci: Inte­gra­ti­on ja – aber wie?

Otmar Rych­lik: Ech­te Inte­gra­ti­on kos­tet Geld

 

Ein Gedanke zu „Integration – was ist das?

  1. Lie­be Gabi, ich wrd mich gern auch ber die­ses The­ma mit Dir unter­hal­ten. Ich habe nmlich ziem­li­che Angst, dass in den nchs­ten Jah­ren die­ses The­ma eska­liert – beson­ders in Vslau, Hir­ten­berg… von poli­ti­scher Sei­te pas­siert nach mei­nem Ermes­sen viel zu wenig. Aus Angst davor, dass ihnen die Whle­rIn­nen abhan­den kom­men, scheu­en sich die noch eini­ger­ma­en, das heie Eisen wirk­lich anzu­pa­cken. Die popu­lis­ti­schen Klein­par­tei­en vom rech­ten Flgel knnen poli­tisch mit ihren sinn­lo­sen Slo­gans punk­ten und ansons­ten pas­siert in Wahr­heit nix.

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